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Weiterführende Gedanken zu den Vorgängen um das Kurzentrum in Bad Suderode.

Dieser Eintrag stammt von Th. Loch Am 13.2.2011 @ 21:09 In Kurzentrum Bad Suderode, Wirtschaft, auch Landwirtschaft, Quedlinburg | Keine Kommentare

Weiterführende Gedanken zum Kurzentrum:

Nun hat die Gemeindegebietsreform eine neue Situation entstehen lassen, Quedlinburg ist größer geworden und hat wieder über 28.000 Einwohner! Also fast soviel wie 1989, ohne die hinzugekommenen Gemeinden Gernrode, Rieder und Bad Suderode. Dieses hört sich zwar gut an, nur gibt es nicht nur Grund zur Freude, sondern auch mancher Wehrmutstropfen schwimmt in der Zwangs-Verordneten  Einheitsbrühe. Einer dieser Tropfen ist das Kurzentrum in Bad Suderode, welches seit seiner Errichtung ohne Subventionen nicht auskommt und so Jahr für Jahr bezuschusst wurde. Jetzt ist das Kurzentrum von Schließung bedroht, ein Verlustausgleich des Landes fliest nicht mehr und einigen Sanierungsbedarf gibt es obendrein. Keine einfache Mitgift, welche hier in die Zwangsehe mit eingebracht wurde, besonders wenn sich der Kuppler aus der Verantwortung herausnimmt. Das der Quedlinburger Oberbürgermeister (der Titel ist auch ein Ergebnis neuer Größe –Einwohnerzahl.) sich kämpferisch gibt, ist nicht neu, hat aber auch nicht viel zu bedeuten. Der Grundtenor ist, … ja, was ist eigentlich der Grundtenor?

Sollte es das Nachdenken über die Folgen einer Schließung des Kurzentrums in Bad Suderode sein, wie in diesem [1] Beitrag, das Konstatieren von Tatsachen, die Suche nach Lösungen?

Dabei kann durchaus gejammert, geklagt, appelliert und bekundet werden, an der Situation wird es wenig ändern, wenn nicht die Ursachen des Problems angegangen werden. So ist das Kurzentrum eigentlich schon als Verlustobjekt geplant worden. Es wurde zur Zeit der Errichtung verkündet, dass es bewusst ohne Bettenhaus gebaut wird, um die Wirtschaft vor Ort zu fördern. Und dieser Aufgabe ist es bis jetzt auch gerecht geworden. Das Kurzentrum dient der Umverteilung von Steuergeldern, wobei die regionale Wirtschaft anfänglich nur bedingt davon profitierte, da die wenigsten Investoren nicht ohne Bankfinanzierung ausgekommen sein dürften. Dazu kommt, das der Zahn der Zeit am Kurzentrum nagt und Sanierungsbedarf wird angemeldet, neben den laufenden Kosten fallen neue Kosten an und der öffentliche Geldhahn wird abgedreht. Es gibt eine Gebietsreform und Bad Suderode kommt zu Quedlinburg und damit wechselt die Verantwortung für das Kurzentrum gleich mit. Ein Fass ohne Boden, diese Zwangsbeglückung, oder bieten sich neue Möglichkeiten, welche es zu ergründen gibt? 

Also nicht wenige Problem, an einem Gegenstand, und auch wenn gern verkündet wird, dass der Rückzug des Landes aus diesem Projekt, einer Erkenntnis des Rechnungshofes geschuldet ist, sollten Zusammenhänge mit besagter Gebietsreform, welche die Bedingungen für einen solchen Rückzug nicht unerheblich verbessert hat, nicht aus dem Auge verloren werden.

Nicht egal, ein Problem ist es allemal, welches einer Lösung bedarf. Kurzentrum weg, würde den Ruin für die meisten Beherbergungsbetriebe im Ort bedeuten, eigenes Bettenhaus, hätte ähnliche Auswirkungen, nur was bleibt übrig? Jammern hilft nicht, und wenn der Bürgermeister Verkündet, dass das Kurzentrum nicht privatisiert wird, ist es sicher nicht dem Umstand geschuldet, das ihm dieses mit den Quedlinburger Stadtwerken nicht gelungen ist, sondern das einen so defizitärer Betrieb sich nicht so leicht veräußern läst, schon gar nicht ohne entsprechend dauerhafte Mitgift. Ein Investor würde alles dafür tun, Gewinne zu erwirtschaften, die von der Kommune also unter Umständen zu garantieren wären, vielleicht auch ein Bettenhaus bauen, oder die Vermieter vor Ort zur Kasse bitten. Auch nicht gerade von Vorteil, für die bestehenden Beherbergungsbetriebe. Vielleicht sollten aber gerade diese Unternehmen einmal darüber nachdenken, was sie tun können, damit das Kurzentrum auch weiterhin Grundlage ihrer wirtschaftlichen Existenz sein kann.

Ich kann zwar nicht sagen, ob die Zahlen im Beitrag genau stimmen, gerade auch was die jährlichen Steuereinnahmen betrifft, welche Unternehmen auf Grund der vom Kurbetrieb abhängigen Erträge zahlen müssen, in jedem Fall sollten diese Einnahmen aber in die Betrachtung mit einbezogen werden. Auch sollten sich die Unternehmen vor Ort nicht der Frage verschließen, was eine Privatisierung des Kurzentrums für sie und die Region bedeuten würde, und die für sie daraus resultierende Verantwortung ableiten.


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