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Nachgedanke zu den Vorgängen um das Kurzentrum in Bad Suderode.

Dieser Eintrag stammt von Th. Loch Am 13.2.2011 @ 21:27 In Kurzentrum Bad Suderode, Wirtschaft, auch Landwirtschaft, Quedlinburg | Keine Kommentare

Nachgedanke zu den Vorgängen um das Kurzentrum in Bad Suderode.

Bei genauer Betrachtung, werden zwar die Gefahren einer Schließung und deren Folgen, in schillernden Farben an die Wand gemahlt, letztlich aber nur, um den Boden für eine Privatisierung, vielleicht im Rahmen eines PPP, vorzubereiten. Der Entzug der Subventionen des Landes ist eine politische Entscheidung, egal wie diese begründet wird, hinter einer jeden politischen Entscheidung stecken aber wirtschaftliche Interessen, diese lassen sich relativ gut erkennen, wenn die vorgeschlagenen Lösungen in die Betrachtung einbezogen werden. Wie oben gesehen, favorisiert der Minister eine [1] Privatisierung, welche er finanziell unterstützen wird, wenn der Quedlinburger Stadtrat den Verkauf beschließen sollte. Aber auch andere Anzeichen deuten darauf hin und sind den verschiedensten Beiträgen zum Thema in der MZ zu entnehmen. Dabei verfestigt sich bei mir der Eindruck, dass eine Atmosphäre geschaffen werden soll, welche förderlich für eine Privatisierung ist und gleichzeitig die Konsequenzen einer solchen dem Bürger schmackhaft macht, indem sie als das kleinere Übel aufgearbeitet werden sollen. Die Bürger der neuen Einheitsgemeinde sollten sehr wohl darüber nachdenken, gerade auch die vom Kurzentrum abhängigen Unternehmen in Bad Suderode, welche meistens allein schon auf Grund ihrer wirtschaftlichen Größe, im Falle einer Privatisierung im Rahmen eines PPP zum Beispiel, nicht unerheblich zur Kasse gebeten werden. Sich in diesem Zusammenhang bewusst zu sein, dass die Kosten von Privatisierungen immer die Allgemeinheit zu tragen hat, und mittelständische Unternehmen davon kaum profitieren werden, kann nicht von Schaden sein.

Das Kurzentrum selbst wird ohne Subventionen unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen nicht existieren können, selbst wenn es privatisiert wird. Bis jetzt ist es so gewesen, dass diese Subventionen in der Regel in der Region geblieben sind, da einheimische, mittelständische Unternehmen profitierten. Im Falle eines institutionellen Investors, wie in Thale zum Beispiel, wo von Anfang an feststeht, was die Stadt mindesten zu zahlen hat, um den Gewinn zu garantieren sieht das anders aus. Wenn dann noch in Betracht gezogen wird, wie viel Landesmittel in das Vorhaben geflossen sind, von 50% ist die Rede, was bei einer [2] Investition von rund 20 Millionen, immerhin 10 Millionen € sind. Und wenn bedacht wird, das Thale dieses Vorhaben jährlich die „nächsten drei Jahrzehnten mit 487 000 Euro im Jahr unterstützen“ muss, sowie Zinsen und Tilgung einer Finanzierung durch den Betrieb der Terme zu erwirtschaften sind, alles in allem ein lukratives Projekt für einen Investor, bei welchen das unternehmerische Risiko durch die öffentliche Hand erheblich minimiert wird. Wenn nun zu lesen ist, dass in der Terme in Thale ab 2011 jährlich [3] 180.000 Besucher erwatet werden, sind das ca. 493 Besucher pro Tag, welche der Kalkulation zu Grunde liegen dürften, in Bad Suderode sollten es 500 Besucher täglich sein und sind es jetzt im Schnitt 135, wie zu [4] erfahren war. Dazu kommt noch, dass es durchaus noch [5] weitere Bäder im Harzgebiet gibt, welche nicht untergehen wollen und dazu nicht einmal schlecht aufgestellt sind. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass das Bad in Bad Suderode nur ein Teil des Kurzentrums ist und von der Anlage her, alles andere als ein Spaßbad.

Nachsatz:

In diesem Zusammenhang, muss ich der MZ für das umfassende Informationsmaterial danken, welches diesem Text zugrunde liegt.


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[1] Privatisierung: http://privatisierung-stadtwerke-quedlinburg.kucaf.de/__oneclick_uploads/2011/02
/badsumz1202.pdf

[2] Investition: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtike
l&aid=1297324350150

[3] 180.000 Besucher: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtike
l&aid=1292396261950

[4] erfahren: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtike
l&aid=1297103585786&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=0

[5] weitere Bäder: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtike
l&aid=1297103585791&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=0

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