Abmahnung war ein Gegenstand, … nun wird gedroht!

Abmahnung war ein Gegenstand, … nun wird gedroht!

So hatte ich diesen Text geschrieben und nun flatterte mir ein Schreiben des Herrn Bracht ins Haus. Wo er dereinst noch pauschal dorte, wird er nun konkret und praktischerweise zieht er die Register, welche er vermeint ziehen zu müssen und zu können.

Einen Text hat ich geschrieben und Reaktion erfahren, nicht dort wo ich ihn veröffentlicht habe, sondern in meinem Briefkasten. Der Gegenstand meines Textes war der Inhalt eines E-Mails, welches ich erhalten hatte und mit dem ich mich auseinandersetzte. Diese Auseinandersetzung hat nun Fortsetzung erfahren, dem Stil der E-Mail entsprechend.

Dabei hat es den Anschein, als ob der Brief im Affekt geschrieben wurde. Dem entsprechend wird zum Rundumschlag ausgeholt, und selbst Daten werden durcheinander gebracht. Dass dieses im Nachhinein korrigiert wurde, in dem mir besagte Antwort heute (02.08.) nochmals zugestellt wurde, ändert am anfänglichen Eindruck nichts. Das der Herr in diesem Zusammenhang wahrscheinlich mehr für die Verbreitung meines Textes getan hat, als ihm eigentlich lieb sein konnte, scheint ihm nicht bewusst zu sein. Wie ich der Statistik der Seite  aber entnehmen kann, wurde der besagte Beitrag bis heute gerade einmal 66-mal im Blog gelesen und 33-mal als fed. Nicht besonders oft also und so frage ich mich, ob ich nun dankbar sein soll, dass diese Tat dazu beigetragen hat, die Position des Blog in so mancher Suchmaschine zu verbessern, oder auch nicht. In einer Suchmaschine fand ich dieses Text gar auf der ersten Seite, wenn ich QTM als Suchbegriff ausschrieb, was im Allgemeinen sehr selten ist, wenn ich nicht gerade den Blog - Namen selbst eingebe.

Wie dem auch sei, in jedem Fall wurde dazu beigetragen, den Text weiter zu verbreiten, als unter Umständen üblich, was eigentlich nicht gewollt war, wenn ich das Scheiben des Herrn Bracht betrachte.

Zugegebener Maßen hatte ich meinen Beitrag auch aus erster Emotion heraus geschrieben, also auch aus einem Affekt, welcher mich nach lesen des E-Mails überkam.

Im Brief selbst wird auf von mir gemachte Feststellungen reagiert, wobei direkte, wie indirekte Drohungen nicht fehlen. Zur besseren Nachvollziehbarkeit werde ich das Original, sowie die korrigierte Form als PDF – Datei bereitstellen.

Nun zum Brief und wie kann es anders sein, folgt nach der Begrüßungsformel die erste und direkte Drohung. So kann ich im ersten Satz erfahren, dass der Herr Rücksprache mit seinem Anwalt gehalten hat und mir nun ein Ultimatum stellt, in welchem ich aufgefordert werde, gegenständlichen Beitrag bis zum 06. August 2010 komplett zu lösche, oder so zu ändern, dass er den Vorstellungen des Geschäftsführers der Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH entspricht. Sollte ich dieses nicht tun, wird die Angelegenheit dem Anwalt übergeben.

Bevor ich mich nun der “umfangreichen” Begründung zuwende, sei angemerkt, dass der Schreiber des Briefes, wie allgemein oft üblich, sich der vermeidlichen Autorität eines Anwalts bedient. Solches wird eigentlich immer dann praktiziert, wenn die eigene Autorität nicht ausreichend erscheint, um Interessen selbst durchzusetzen.  Nun gut, so ist nicht nur die Drohung bezeichnend, welche aus einer Position der Stärke heraus ausgesprochen wird, sondern auch die begleitenden Umstände, welche auf wenig Selbstvertrauen und mangelnde Autorität schlissen lassen.

Die Begründung hingegen hat es in sich und soll ihrer einseitigen Betrachtung wegen nicht unwidersprochen stehen gelassen werden.

So wird gleich mit dem Rundumschlag begonnen, und festgestellt, dass mein „Artikel eine einzige Verleumdung“ ist. Nicht nur, dass hier dieselbe undifferenzierte Herangehensweise an den Tag gelegt wird, wie im E-Mail, sondern es offenbart sich auch die Wut, mit welcher sich in diese Auseinandersetzung begeben wird.

So folgen dann acht Punkte, in welchen sich mit meinen Aussagen auseinandergesetzt wird. Der erste Punkt bezieht sich auf den „kuriosen Weg“, welcher von mir in der Überschrift verwandt wurde, der zugegebener Maßen gar nicht so kurios ist, sondern eher dem System entspringt und entspricht. Worum es mir gegangen ist, entgeht dem Schreiber des Textes vollends. Dabei ging es mir doch eigentlich „nur“ um die Umgangsform, gegen Pauschalisierungen und Vorverurteilungen, welche die praktizierte Umgangsform zwangsläufig mit sich bringt. Das nur wenige gegen eine solche Vorgehensweise opponieren, bedeutet nicht, dass diese richtig ist, sondern ist ein Zeichen dafür, wie sich die meisten Menschen an solche Formen des Umgangs angepasst und gewöhnt haben. Dabei ist es eigentlich völlig legitim, dass ich meine Meinung kundtue und meinen Unmut einer solchen Vorgehensweise gegenüber ausdrücke. Nun ja, was ist schon Meinungsfreiheit, in einem hierarchisch geordneten System? Da ist es eher üblich die eigene Meinung zu verbergen und um den lieben Friedenswillen, aber auch aus wirtschaftlichem Interesse, zu schweigen. Unehrlicherweise wird sich dann sein Teil gedacht und an anderer Stelle, als an der den Gegenstand verursachenden, darüber gesprochen. Reaktionen wie im Brief praktiziert, fördern eine solche Vorgehensweise eher, als sie zur Lösungsfindung beitragen. Letztlich ist eine solche Vorgehensweise, wie im E-Mail praktiziert, Ausdruck für sich potenzierende Mittelmäßigkeit, welche es als notwendig erachtet, eigene Schwächen zu kaschieren und Macht bezogene Drohgebärden zu praktizieren.  Das die vom Geschäftsführer erwähnten „Abmahnverfahren zu Fehlnutzungen im Internet“, auch so manche kuriosen  Züge angenommen haben, und eine regelrechte Abmahnindustrie entstanden ist, rechtfertigt ein solches Vorgehen, mittels pauschaler Verdächtigungen, nicht.

Weiter beruft sich Herr Bracht darauf, dass er vor Abmahnung noch einen Schuss vor dem Bug so manchen Internet-Piraten abfeuert und nicht gleich die Abmahnkeule schwingt! Nur bleibt ihm in einer Stadt wie Quedlinburg anderes übrig? Eigentlich doch nicht, ohne sein Gesicht zu verlieren, da er nicht über die Ferne und persönliche Anonymität der großen Abmahnagenturen verfügt. Immerhin möchte er auch weiter gute Geschäfte mit den Vermietern machen, seine Dienstleistungen an den Mann oder die Frau bringen, aber auch die Kurtaxe weiter kassieren lassen. Gerade mit der Kurtaxe wurden die Vermieter in die Verantwortung genommen, und das ohne Gegenleistung!

Aber nun weiter im Text und so ist zu lesen, „Die Abmahngebühr wird in jeden Fall fällig, wenn sie berechtigt ist.“ und das möge durchaus war sein, rechtfertigt aber noch lange nicht allgemeine Verdächtigungen. Und um etwas anderes geht es nicht, wenn ein Tatbestand geschildert wird und allgemein und undifferenziert behauptet, dass es solche schwarzen Schafe auch in Quedlinburg gibt und gegen diese vorgegangen wird. Auf diese Art und Weise wird ein jeder unter Verdacht gestellt. Dass es gilt sich gegen solche Generalverdächtigungen zu wehren, sollte eigentlich nicht verwundern, dabei handelt es sich in dieser Form auch nicht um eine allgemeine Information. In einer solchen haben allgemeine Verdächtigungen eigentlich nichts zu suchen, maximal als konkretes Beispiel, als Verweiß auf die Notwendigkeit einer solchen Information. Nun und wie so oft, können Vorstellungen von Information durchaus verschieden sein, was übrigens auch für Reaktionen zutrifft.

Als Beispiel für praktizierte undifferenzierte Herangehensweise kann dieser Satz der Rechtfertigung gesehen werden: „Auch mit meiner Informations-Email vom 28. Juli 2010 habe ich allgemein informiert über dieses Thema und im Speziellen darüber, dass auch einige der Angeschriebenen ohne Nutzungsvereinbarung mit dem Rechteinhaber, der QTM, Abbildungen auf ihrer Website haben, die uns gehören.“ Ja, es wurde allgemein informiert, aber auf Grund der undifferenzierten und speziellen Information eben alle dem Verdacht ausgeliefert. Nun weiß ich, dass ich nicht zu jenen, welchen gehöre, aber vielleicht ist ja der Vermieter „nebenan“ der schlimme Finger? Das Böse ist eben immer und überall und so wird ein Klima permanenten Mistrauens gesät und vielleicht vermeint ja auch der eine und andere, ich könnte so ein schlimmer Finger sein. Für Herrn Bracht ein ganz normaler Vorgang!  

In Punkt zwei wird zugegeben, dass man auf der Suche nach neuen Einnahmequellen ist, was alles andere als außergewöhnlich ist und da steht er sicher nicht allein. Wie nicht nur auf allen politischen Ebenen dieses Landes zu beobachten ist, scheint die Phantasie in diesem Punkt kaum Grenzen zu kennen, wieso solle es gerade in diesem Fall anders sein? Das aber nun „Ankündigungsmails“ verschickt werden, ist eher einem geringfügig vorhandenen Maß an Sensibilität zum Selbstschutz geschuldet, und entspringt den realen Verhältnissen in dieser Stadt. Wie oben schon geschrieben, der direkte Einsatz der Keule kommt in einer Stadt wie Quedlinburg nicht gut, gerade wenn es eigentlich zumindest um potenzielle, wenn nicht gar Partner geht. Eher erweckt diese Vorgehensweise einen Eindruck von Hilflosigkeit, genau wie die Aussage von Punkt zwei.

Also zu Punkt drei, welcher sich mit dem Internetauftritt der Stadt beschäftigt und auf deren Impressum ich in meinem Beitrag verwiesen hatte. In diesem Zusammenhang hat Herr Bracht recht, es ist die Seite der Stadt und die QTM GmbH zeichnet, wie dem Impressum zu entnehmen ist, für den Tourismus verantwortlich. In diesem Punkt bin ich nicht differenziert genug rangegangen. Somit ist meine Aussage zum Teil unrichtig, zu diesem Schluss kann aber ein jeder kommen, welcher den verweisenden Link folgt.

In Punkt vier geht es um die von mir angesprochene Werbung und da liegt Herr Bracht mit der Aussage: „Die QTM GmbH verschickt entgegen Ihrer Behauptung keine Werbeemails.“ zumindest etwas daneben. Und das nicht nur weil selbst dieses im Auge des Betrachters liegt, sondern auch weil offen für Veranstaltungen geworben wird, oft mit der Bitte, die Gäste darauf hinzuweisen. Eigentlich nichts Schlimmes und es spricht nichts dagegen, diese Informationen weiterzugeben, an der Tatsache, dass damit für die entsprechende Veranstaltung geworben wird, ändert sich dadurch aber nichts. Angemerkt sei vielleicht noch, dass auch die allwöchentlich im Briefkasten landenden kostenlosen Zeitungen Informationen enthalten und es wird wohl kaum jemand Bestreiten wollen, dass es sich in erster Linie um Werbung handelt.

In Punkt fünf geht es wieder um die Verdächtigungen, wozu ich mich oben schon geäußert hatte, dass die E-Mail-Bezieher eine eingeschränkte Gruppe repräsentieren und nicht die gesamte Quedlinburger Bürgerschaft, ist dabei selbstredend. Derselbe Gegenstand findet sich dann noch in den Punkten sechs, sieben und acht wieder, also artet leicht in Wiederholung aus.

Letztlich und genau betratet, handelt es sich in dem Schreiben eigentlich nur um die Rechtfertigung eigener Vorgehensweise! Und wenn dieses mit einer solchen Verbissenheit, wie geschehen, betrieben wird, dann wird schon etwas dran sein und mein Beitrag war wohl treffend. Nun ja, in jedem Fall hat er getroffen und mir wird mit allen möglichen Konsequenzen gedroht, welche den Möglichkeiten des Herrn Bracht entsprechen. Und das ist nicht wenig und ich werde mich wohl auf die eine und andere Unannehmlichkeit einstellen müssen.

Zum Schluss stellt Herr Bracht fest: „Ein Verhalten wie Ihres ist absolut unangebracht. Unser Schreiben hat inzwischen bei einer Reihe von Vermietern zu Rückmeldungen geführt, bei denen wir gemeinsam deren Website auf Urheberrecht verletzende Punkte durchgesehen haben.“ Welch Leistung in der kurzen Zeit, die E-Mail wurde am 28.07. verschickt  und meinen Beitrag hatte ich am 28.07. veröffentlicht, daraufhin erhielt ich am 30.07. Post von Herrn Bracht, welcher meinen Beitrag durchaus auch als Rückmeldung betrachten kann.

Wobei, selbst diese glorifizierende Aussage am Schluss sorgt maximal für Ablenkung, und wirft ein etwas besseres Zwielicht auf die Angelegenheit.

Abschließend wurde nochmals auf den Termin der gesetzten Frist verwiesen, wobei im ersten Brief, sicher dem Affekt geschuldet, der 20. August 2010, 12.00 Uhr genannt wurde.

Nun habe ich beschlossen, die Reaktion auf meinen Beitrag dem Gegenstand entsprechend zu veröffentlichen, genau wie meine Reaktion hier. Letztlich werde ich mich erst einmal dem Druck beugen und zum 06.08.2010, 12.00 Uhr den Beitrag löschen, selbes wird für diese Reaktion zutreffen. Entsprechend der darauf folgenden Reaktion werde ich zu reagieren wissen.

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