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Abgesetzt, das Bauernopfer!

Abgesetzt, das Bauernopfer!

Demokratie, was immer sie auch ist und gelegentlich kommt es während einer Legislaturperiode zur Abwahl von Verantwortungsträgern. So musste die Vorsitzende des Kultur-, Tourismus- und Sozialausschuss im Quedlinburger Stadtrat ihren Hut nehmen. Letztlich war diese Abwahl nur konsequent, wie der MZ zu entnehmen ist. Nun ist dieser Ausschuss ein beschließender Ausschuss und wenn es einen mehrheitlichen Beschluss gibt, welchen der Vorsitzenden nicht genehm ist, kann sie nicht über die Köpfe der anderen Ausschussmitglieder das Thema nochmal im Stadtrat zur Abstimmung stellen. Wenn nun schon Demokratie gespielt wird, dann sollte man sich schon an die vereinbarten Regeln halten und gerade die CDU spielt sich ja gern als Gralshüter der Demokratie auf. Das ihre Abgeordneten letztlich auch nur Lobbyisten sind, zweigt ein Blick hinter die Fassade. Denn welchen Grund hat diese Verhaltensweise, was steckt dahinter? Immerhin gibt es Lösungen für beide Vereine und im Interesse der Stadt war es schon, für das Finkenhäuschen die langfristige Option zu wählen und diese bietet nun mal der Verein q-Artus! Die Schüler-Galerie hingegen würde so und so in absehbarer Zeit ein neues Quartier beziehen und aus diesem Grund wurde durch den Trägerverein der Mitvertrag fürs Finkenhäuschen zum 30. April gekündigt. Die bis zum Einzug in das neue Domizil gebotene Alternative im Weißen Engel, welcher sich nicht weit vom Finkenhäuschen entfernt befindet, ist sicher nicht die schlechteste Lösung und liegt ebenfalls am Hautpfad der Touristen.

Im Zusammenhang mit diesem Vorgang ist verwunderlich, dass diesmal keine Rede vom Fraktionsvorsitzenden der CDU ist, welcher sich eigentlich gern in Szene setzt und dabei von der Zeitung üblicherweise bereitwillig unterstützt wird. Der Grund könnte offensichtlich werden, wenn entsprechende verwandtschaftliche Beziehungen, zur im Beitrag genannten Familie Schwarzer, in Betracht gezogen werden. Sollte hier etwa im eigenem Interesse ein Bauernopfer von der Gefolgschaft verlangt worden sein, und war man nicht in der Lage die Konsequenzen des Vorgehens abzuschätzen? In jedem Fall wird ersichtlich, dass ein Dr. Titel nicht vor Torheit und Missbrauch im fremden Interesse schützt. Ja, auch Quedlinburg ist nur ein Dorf und desto weniger Einwohner es hat, desto übersichtlicher wird es und gelegentlich siegt sogar politische Vernunft. Sollte dieses die CDU-Fraktion vergessen haben?

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