| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Aug | Okt » | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
| 28 | 29 | 30 | ||||
- Allgemein (20)
- Aufgefallen. (9)
- Gefunden (17)
- Kommunalwahl (10)
- Kurzentrum Bad Suderode (7)
- Quedlinburg (37)
- Stadtwerke (16)
- Wirtschaft, auch Landwirtschaft (17)
- 14.10.2011: Nur ädern sich die Zeiten, denn ...
- 19.9.2011: Privates Kapital heißt letztlich Privatisierung!
- 13.6.2011: Frieden für Libyen!
- 28.4.2011: Moral und Menschenverstand auf ihrer Seite ...
- 8.4.2011: Autorenlesung „HANDWERK UNTERM HAKENKREUZ“
- 5.4.2011: Aggression gegen Libyen beenden! Völkerrecht verteidigen!
- 3.3.2011: Kahlschlag, im Namen wirtschaftlicher Entwicklung!
- 26.2.2011: Defizite des Harzticket!
- 23.2.2011: Ein schweres Erbe, mit dem trotzdem sorgsam umzugehen ist!
- 16.2.2011: Noch mal zum Kurzentrum in Bad Suderode.
Blogroll
Links
- Oktober 2011
- September 2011
- Juni 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
Bauernprotest in Eisleben.
Bauernprotest in Eisleben.
In Eisleben haben Bauern protestiert und sogar Wirkung erzielt, vielleicht nicht die gewollte, aber immerhin. Dieser Protest findet Aufmerksamkeit!
Die Agrarministerkonferenz tagte in Eisleben und diese Tagung wurde von Bauernprotesten begleitet, die MZ titelte über diese Veranstaltung: „Statt Millionen fließt die Milch“ und es floss Milch, nicht ohne Folgen. Nun, es war ein Protest welcher Wirkung zeigte und dieses gerade auch, weil er bis jetzt lange nicht gekannte Folgen hatte. Die sachsen-anhaltische Landwirtschaftsministerin, eigentlich Gastgeberin, hatte sich krank gemeldet, vielleicht wusste sie was zu erwarteten war (sie ist nicht weit von Eisleben wohnhaft) und dass sie diese Konferenz schwerlich in ein erfolgreiches Heimspiel verwandeln konnte.
Wie wirkungsvoll dieser Protest war, zeigen gerade die Reaktionen, so ist dieses Thema auch heute wieder in der MZ unter dem Titel. „Saure Milch, saure Mienen“ präsent. Da wird ein „Staatssekretär im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium“ mit folgenden Worten zitiert: „“Was da passiert ist, verurteilen wir auf das Schärfste.” Und: “Diese Art der Demo beschädigt die gute Demonstrationskultur, die wir sonst von solchen Veranstaltungen kennen.”“ Nun verurteilt er es auf schärfste, ja, ein Protest hat Wirkung gezeigt, Bauern haben bewiesen, dass sie zur Durchsetzung ihrer Interessen bereit sind wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen. Die Demonstrationskultur hat gelitten, wird festgestellt, oder hat sie sich nur geändert, nachdem sich die vorhergehenden Methoden als erfolglos erwiesen haben? Das Spiel von Demokratie hat einen Knacks bekommen und an Wirkung verloren! Versprechungen in die hohle Hand hat man genug bekommen und letztendlich bedeutet die zur Kenntnisnahme von Forderungen durch Politiker, noch lange keine Veränderung. Genauso wenig wie man von geheuchelter Anteilnahme und geheucheltem Verständnis satt wird und seine wirtschaftliche Existenz sichern kann.
Ja, ja, nun haben wir eine gestörte, heile Welt und dabei war es doch so schöööön, stellt der Sekretär des Staates wie zu lesen ist fest: „Eine sehr schöne Veranstaltung sei es gewesen, in positiver Atmosphäre. “Alle haben den wunderschönen Konferenzort gelobt”, sagt Aeikens. Damit war es jedoch in Minuten vorbei. Pünktlich zum Abschluss der Tagung erreichte der Protest von etwa 150 Milchbauern gegen die ihrer Meinung nach zu geringen Preise für Rohmilch seinen Höhepunkt: Die Abfahrt der Konferenzteilnehmer wurde stundenlang verhindert,“. Ob diese Zeit genutzt wurde um sich mit den Problemen der Bauern direkt zu beschäftigen, ist dem Artikel nicht zu entnehmen, Gelegenheit wäre sicher gewesen. Besonders interessant an der Aussage des Staatssekretärs von der CDU ist dieser Teil: „der Protest von etwa 150 Milchbauern gegen die ihrer Meinung nach zu geringen Preise für Rohmilch“, sagt er doch, dass die Preise eigentlich ausreichend seien. Von einem Staatssekretär, ja von Politikern, welche diese Meinung vertreten, ist Hilfe, ist Verständnis für die Probleme der Bauern nicht zu erwarten.
Und es gibt weitere Wortmeldungen, wie diese zum Beispiel: „“Meine Gäste haben mit Unverständnis reagiert, dass Bauern, die von der Natur leben, so etwas machen”, sagt der Chef des Hotels “An der Klosterpforte”,“. Ja, die „armen“ Gäste, der Gestank der saueren Milch wird ihnen wohl sauer aufgestoßen sein, so dass sie anscheinend nicht begriffen haben, dass es den Bauern darum geht „von der Natur leben“ zu können! Dieses ist unter den gegenwärtigen Bedingungen, gerade für Milchbauern, bei den gegenwärtigen Milchpreisen, aber kaum möglich.
Aber auch die Bauernschaft selbst ist gespalten und so findet diese Tat Zustimmung, wie auch Ablehnung, so kann man lesen: „“Wir distanzieren uns ganz klar von dem, was da abgelaufen ist”, sagt die Sprecherin des Landesbauernverbandes, Susanne Brandt. “Das waren auch keine Leute von hier, das konnte man an den Kennzeichen sehen.”“, aber auch die Meinung des „Chef des Landvolkverbandes und Vizepräsident des Deutschen Bauernbundes, Kurt-Henning Klamroth, “Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass Bauern in ihrer Ohnmacht zu solch’ drastischen Mitteln greifen. Auf normale Mittel reagiert die Politik ja nicht.” Ihm tue es zwar um die Fische leid, “aber das ist ein Schaden, denn die Gesellschaft tragen muss, weil die noch immer pennt”.“ dem ist weitestgehend zuzustimmen und leider wird die Gesellschaft auch diesen Schaden tragen müssen. Die eigentlichen Verursacher bleiben im Hintergrund und waschen ihre Hände in Unschuld. Andererseits, sind diese Problem innerhalb dieses Systems überhaupt lösbar? Eigentlich nicht, solche Proteste können aber zum Nachdenken über die eigentlichen Ursachen der Probleme der Landwirte anregen.
Nun wird mit Anzeige gedroht und der Tot von Goldfischen als Anlass genommen diesen Protest von offizieller Seite zu kritisieren. Auch in der Zeitung wird das eigentliche Thema mit der Schlagzeile „Fische sterben im Klosterteich“ in den Hintergrund gerückt. Ja, es sind Fische gestorben und nicht gerade wenig, die Obernonne ist erschüttert, „Vor zehn Jahren habe man den Teich als eine Oase der Besinnung geschaffen, viel Zeit und Spendengelder investiert. Das sei nun in kurzer Zeit zerstört worden.
Man könne ja zu den Forderungen der Milchbauern stehen wie man will, “aber mit solchen Mitteln wie dem Verunreinigen mittels Milch kann man sich nicht einverstanden erklären”, sagt Schwester Klara-Maria.“ Aber einmal davon abgesehen, dass es sicher nicht Ziel der Bauern war den Teich zu verunreinigen, ist dieser Schaden durchaus reparabel, irreparabel hingegen scheinen die Folgen der Landwirtschaftspolitik zu sein, welche die Bauern zu solcher Tat veranlasste, und da geht es um menschliche Existenzen und um Versorgungssicherheit für die Bevölkerung.
Nun ermittelt die Polizei wegen Gewässerverunreinigung, wegen Existenzzerstörender Politik hingegen wird nicht ermittelt. Wieder einmal sitzen die Falschen auf der Anklagebank, die Verursacher des Protestes, waschen ihre Hände gern in Unschuld und bedauern den Tot der Goldfische!

