Photovoltaikanlagen auf der grünen Wiese?

Photovoltaikanlagen auf der grünen Wiese?

Ein zweischneidiges Schwert, oder nur der Bequemlichkeit geschuldet? Wie in letzter Zeit öfter zu lesen ist, werden Photovoltaikanlagen errichtet und zwar auf unbebauter Fläche, gern werden leer stehende Flächen in Gewerbegebieten genutzt, rekultivierte Tagebauflächen, aber auch nicht mehr genutzte Übungs- und Flugplätze und natürlich landwirtschaftliche Flächen. Gegen letzteres spricht sich gerade auch der Bauernverband aus und das zu recht. In den letzten Jahren wurde sehr viel landwirtschaftliche Nutzfläche schon bebaut, versiegelt, der Landwirtschaft entzogen. Und dabei gibt es gerade für die Sonnenenergiegewinnung durchaus andere Möglichkeiten.

Zur Zeit scheint diese alternative Form der Energiegewinnung zu brummen, die Beweggründe sind durchaus Verscheiden. Vor Jahren waren es hauptsächlich Enthusiasten, Verfechter einer Energiewende, welche sich für Photovoltaiktechnik einsetzten, doch heute scheinen es eher Investoren zu sein, welche sich für diese Technologie  aus andern Gründen interessieren. Die Bedingungen sind günstig, Module sind erheblich preiswerter geworden und die staatliche Förderung ist auch nicht von der Hand zu weisen. Letzteres garantiert gegenwärtig noch eine Verlustfreie Investition. Da aber Investoren nicht nur Verlustfrei anlegen möchten, sondern auch Gewinne erwirtschaften wollen, ist das Bestreben möglichst günstig Anlagen zu errichten. Und besonders günstig scheinen unbebaute Flächen zu sein, wo auf gegebene Infrastruktur keine Rücksicht genommen werden muss, außerdem sind Anlage ebenerdig sicher auch leichter zu warten.

Die Installation von Solarzellen auf Dachflächen und an Fassaden, deren Anschluss, Wartung und Betreiben sind sicher Aufwändiger, als Anlagen auf der grünen Wiese. Da werden natürlich Begehrlichkeiten auf landwirtschaftliche Flächen geweckt, obwohl es genügend, geeignete Dachflächen gibt.

In diesem Zusammenhang wäre es durchaus Notwendig entsprechende Regelungen zu treffen, um Photovoltaikanlagen nur dort zuzulassen, wo keine zusätzlichen Flächen versiegelt werden und landwirtschaftliche Nutzflächen (Ackerland) sollten generell Tabu sein.

Photovoltaikanlagen sind aber nicht nur wegen der guten, staatlichen Förderung als Anlageobjekte gegenwärtig so begehrt, sondern auch weil Anlagemöglichkeiten in der wertschöpfenden Wirtschaft knapp geworden sind und dieses nicht nur auf Grund der gegenwärtigen Krise. Damit werden auch Photovoltaikanlagen als Anlageobjekte attraktiv und es verändert sich die Motivation für ihre Errichtung. Den Anlegern geht es in ersten Linie nicht darum alternative Energieformen zu fördern, sondern darum dieses als Anlage Form, zwecks Gewinnoptimierung zu nutzen. So wird nach Investitionsmöglichkeiten gesucht, welche es ermöglichen, neben der staatlichen Förderung noch zusätzliche Gewinne zu generieren. Welches auf der grünen Wiese, auf großer Fläche  also, sicher am einfachsten zu bewerkstelligen ist. Bestehende Gebäudeflächen sind hingegen für Gewinn orientierte Anleger mit diversen Unwägbarkeiten verbunden, welche zwar nicht unlösbar sind, aber den eigenen Gewinn schmälern. Dazu gehören meines Erachtens die Eigentumsverhältnisse, so sitzen mehr Beteiligte in einem Boot, aber auch höhere Aufwendung für Wartung und Pflege, sowie kleinere, zusammenhängende Flächen.

Bei Heise.de findet sich ein Beitrag zum Thema, welcher sich auf diese Umfrage bezieht. Letztendlich gilt es aber, nicht nur in diesem Zusammenhang, der Zersiedlung der Natur, dem Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen, entgegen zu wirken, dieses gilt auch für anderen Bereichen, wie zum Beispiel Straßenbau, Wohnungsbau, Erschließung von Gewerbegebieten. Auch sollte die Landwirtschaft wieder mehr ihrem ursprünglichem Auftrag gerecht werden, nämlich die Versorgung der Bevölkerung mir Nahrungsmitteln. Heute ist sie eigentlich zum überwiegenden Teil Rohstofflieferant für die Industrie.

Es ist fraglich ob die Landwirtschaft dieses Landes in der Lage wäre die Bevölkerung zu versorgen, wenn zum Beispiel das weltweite Transportsystem morgen kollabieren würde?

Grundsätzlich gibt es genügend Flächen in bebauten Gebieten, genutzt werden können diese meist nur gemeinsam und ein jeder sollte partizipieren. Aus diesem Grund sollten Investitionen in solche Anlagen im allgemeinem Interesse getätigt werden. Dieses könnte durch kommunale Stadtwerke geschehen, unter Nutzung von Gebäudeflächen im kommunalem Eigentum. Es dient nicht nur der Selbstversorgung mit Energie und damit einer gewissen Unabhängigkeit von nicht beeinflussbaren Entwicklungen, sondern auch der Bindung in der Region.

 

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