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5,-€ Mahngebühren!
5,-€ Mahngebühren!
oder
Die heilige Macht der Bürokratie!
Nun bin ich Halter eines Hundes und somit verpflichtet Hundesteuer zu zahlen. Diese Hundesteuer ist erhöht worden und so gab es am Anfang diesen Jahres einen neuen Steuerbescheid. Anstatt der bis dahin fälligen 25,-€ im halben Jahr, sind es nun 30,-€ für ein halbes Jahr.
Diese waren nun am 15.08.2009 für das zweite Halbjahr fällig.
Nun bin ich kein bürokratisch geprägter Mensch und so habe ich die Hundesteuer erst am 18.08.2009 überwiesen. Erinnert wurde ich an diese Überweisung durch den Steuerbescheid, welcher seinen Platz an einer Pinnwand hat. Entsprechend dieses Bescheides überwies ich 25,-€ und es dauerte nicht lange, da flatterte mir ein Schreiben der Stadt Quedlinburg (Datum 25.08.2009) auf den Tisch. Es war eine Mahnung über 5,-€, welche mit einer Strafzahlung (Mahngebühr) von 5,-€ belegt wurde. Dieses Schreiben lesend fiel mir ein, dass ja die Hundesteuer erhöht worden war und stellte fest das ich den falschen Steuerbescheid an der Pinnwand zu hängen hatte.
Mir meiner Sünden und menschlichen Schwächen bewusst, rief ich in der Stadtverwaltung an und schilderte mein Versehen. Mir wurde eröffnet, ich könne ja ein Fax schicken, in welchen ich formlos Widerspruch gegen die Erhebung der Mahngebühr einlegen könne. So geschehen, erhielt ich heute Antwort.
Mein Ansinnen wurde abgelehnt, die Welt ist heil, sagen die Paragrafen!
Nun enthalten solche Schreiben immer einige Paragrafen, welche das Erheben von Gebühren rechtfertigen, so auch dieses Schreiben. Ja, die Mahngebühr sei rechtens und könne mir auch nicht erlassen werden.
Von Kulanz scheint man in der Verwaltung noch nichts gehört zu haben, genauso wenig wie von Verhältnismäßigkeit der Mittel.
Ja die Bürokratie, die Herrschaft des Büros, Vernunft spielt da keine Rolle, sie wird durch Paragrafen ersetzt. In Quedlinburg, wo der Bürger für die Verwaltung maximal Mittel zum Zweck ist und der Stadtrat verwaltungstechnischen Erwägungen folgen soll, ist eine humanistische, tolerante, bürgernahe Vorgehensweise eine Illusion. Monetär ist der Gedanke, die Erlösung aus dem „Elend“ wird in der Erhebung von Gebühren gesehen und der immer weiter wachsenden Belastung der Bürger. Geistige Armut in kauf nehmend, wird sich immer weiter dem Humanismus entzogen und dieser im Tempel des Mammon geopfert.
Und so lautet sinniger Weise der letzte Satz des Briefes: „Auch sachliche Billigkeitsgründe kann ich in diesem Fall nicht erkennen.“ Ja, es war eigentlich nur ein Versehen, ein all zu menschlicher Beweggrund!
Nach Erhalt des Briefes habe ich die entsprechende Mitarbeiterin angerufen, es ist nichts zu machen, die Gesetzeslage lässt es zu, man hätte keine andere Wahl und könne nichts machen, so die Antworten. Die typische Machtlosigkeit der Verwaltung also, welche hier offenbart von der Knute des Gesetzes gepeinigt und gezeugt!
Bürokratischer Kleingeist, welcher dazu taugt Dummheit als Schwachsinn zu manifestieren und letztendlich die Bürger zu verärgern.
Was erwartet die Stadtverwaltung eigentlich von den Bürgern der Stadt, Gehorsam, Treue und Redlichkeit, sich verwaltungstechnischen Erwägungen, humanistisch schwachen Sinns anzupassen, zu schlucken, was so ersonnen wird? Vorgeblich im Interesse der Bürger, letztendlich gegen das Interesse der meisten Bürger und im Interesse der Verwaltung, deren repressiver Selbstherrlichkeit, in Ewigkeit Ahmen!
Ich werde die 10,-€ zahlen, jedoch nicht ohne entsprechende Konsequenzen für mich abzuleiten.
Ja, Quedlinburg ist eine arme Stadt, welche sicher durch solche Vorgehensweise nicht Reicher wird. Quedlinburg ist eine Kulturstadt, welche im Sumpf geistiger Armut zu ersticken droht. Ja, solche Vorgehensweise ist auch Ausdruck für zunehmende geistige Armut, wo die Berufung auf diverse Paragrafen eigenes Denken ersetzt und eventuelle Folgen kurzsichtig, egozentrischen Denkens keine Berücksichtigung finden!

