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Streikverbot per Gericht!
Dieser Eintrag stammt von Th. Loch Am 8.9.2009 @ 17:12 In Wirtschaft, auch Landwirtschaft | Keine Kommentare
Streikverbot per Gericht!
Unter dem Titel „Aigner blitzt in Brüssel ab“ findet sich in der [1] MZ ein Beitrag welcher sich mit dem Dilemma der Milchbauern beschäftigt. Überraschend für mich ist dabei, dass die deutschen Bauern mit Streikverbot belegt sind, nur wie sollen sie ihre Interessen anders wirkungsvoll durchsetzen? Eine wirkliche Lobby haben sie nicht, maximal eine welche sie missbraucht, zum Beispiel in Wahlkampfzeiten!
Nun ja, so ist das Leben, die deutschen Bauern dürfen auf Grund eines Gerichtsentscheides nicht streiten, sie müssen Schlucken und wenn es letztendlich ihre eigene Milch ist. Die Bemühungen der Ministerin sind ins leere gelaufen, sie hat ihr Bestes getan, nur die EU-Bürokratie machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Da die Bauern nun nicht Streiken dürfen, was bei deutschen Bauern so wie so selten ist, bleibt alles beim alten. Aber was soll es, so ist es eben in einer Gesellschaft, wo nicht der Bedarf der Bevölkerung für die Produktion verantwortlich ist, sondern der Bedarf der Industrie. Diese bestimmt den Preis und entsprechende Überkapazitäten sind dabei nur Hilfreich. Da hilft es auch nicht festzustellen das „mit 20 Cent je Liter … kein Bauer überleben“ kann, wirtschaftlich jedenfalls, den physischen Untergang bedeutet es sicher nicht, gibt ja noch Hartz IV, wenn der Acker, das Vieh, die Technik, das Anwesen etc. verkauft wurden. Nur wie kann den Bauern geholfen werden, damit sie gegen „verschärfte Billig-Konkurrenz aus den USA und Brasilien“ bestehen können? Ja, die Freiheit des Marktes und die viel gepriesenen Subventionen sind wenig hilfreich, sie retten nicht, nein sie töten. Wenn sie nicht im eigenem Interesse wirken, wirken sie gegen einen!
Und könnten sich die Bauern selbst helfen, ja, wenn sie sich den einig wären und ihre Interessen gemeinsam vertreten, auch gegen einen Gerichtsentscheid, welcher ihre Interessen negiert! Die Ministerin können sie in diesem Fall getrost vergessen, deren Vorwahlgeplänkel so und so nicht ernst zu nehmen ist. Es sei nur daran gedacht, dass dieses Land ein Schrittmacher in Europa ist und entscheidend die meisten Gesetze mitbestimmt. Geheiligt sei der liberalisierte Markt, welcher in erster Linie den Profitinteressen zu dienen hat und nicht den allgemeinen Bedürfnissen der Menschen. So werden auch nicht unerhebliche Überkapazitäten benötigt, um eventuelle Handelsverluste auszugleichen und in diesem Fall werden entweder die Produzenten oder die Konsumenten zur Kasse gebeten, im Idealfall beide. Letztendlich wird den Bauern nichts übrig bleiben als zu schlucken und weiter, jammernd in den Ruin zu stolpern, oder sich aufzuraffen und konsequent für ihre Interessen einzutreten, ohne Unterstützung werden sie dabei sicher nicht sein. Auch ein Bündnis mit den Konsumenten könnte hilfreich sein!
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