Archive für 8.9.2009

Streikverbot per Gericht!

Streikverbot per Gericht!

Unter dem Titel „Aigner blitzt in Brüssel ab“ findet sich in der MZ ein Beitrag welcher sich mit dem Dilemma der Milchbauern beschäftigt. Überraschend für mich ist dabei, dass die deutschen Bauern mit Streikverbot belegt sind, nur wie sollen sie ihre Interessen anders wirkungsvoll durchsetzen? Eine wirkliche Lobby haben sie nicht, maximal eine welche sie missbraucht, zum Beispiel in Wahlkampfzeiten!

Nun ja, so ist das Leben, die deutschen Bauern dürfen auf Grund eines Gerichtsentscheides nicht streiten, sie müssen Schlucken und wenn es letztendlich ihre eigene Milch ist. Die Bemühungen der Ministerin sind ins leere gelaufen, sie hat ihr Bestes getan, nur die EU-Bürokratie machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Da die Bauern nun nicht Streiken dürfen, was bei deutschen Bauern so wie so selten ist, bleibt alles beim alten. Aber was soll es, so ist es eben in einer Gesellschaft, wo nicht der Bedarf der Bevölkerung für die Produktion verantwortlich ist, sondern der Bedarf der Industrie. Diese bestimmt den Preis und entsprechende Überkapazitäten sind dabei nur Hilfreich. Da hilft es auch nicht festzustellen das „mit 20 Cent je Liter … kein Bauer überleben“ kann, wirtschaftlich jedenfalls, den physischen Untergang bedeutet es sicher nicht, gibt ja noch Hartz IV, wenn der Acker, das Vieh, die Technik, das Anwesen etc. verkauft wurden. Nur wie kann den Bauern geholfen werden, damit sie gegen „verschärfte Billig-Konkurrenz aus den USA und Brasilien“ bestehen können? Ja, die Freiheit des Marktes und die viel gepriesenen Subventionen sind wenig hilfreich, sie retten nicht, nein sie töten. Wenn sie nicht im eigenem Interesse wirken, wirken sie gegen einen!

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