Welche Aufgabe haben die Stadtwerke?

Welche Aufgabe haben die Stadtwerke?

Die Aufgaben, welche ihnen vom Eigentümer übertragen werden und dieser verfolgt immer ganz bestimmt Ziele damit. Nur wäre es töricht, ein Unternehmen seiner eigentlichen Aufgabe zu entfremden.

 

Ja, wenn die Sonne zum Stromlieferanten wird!

Ist sie das nicht schon längst und sind nicht auch die meisten fossilen Brennstoffe Produkte solarer Energieeinwirkung? Aber einmal davon abgesehen, gilt es die Sonnenenergie möglichst direkt zu nutzen und nicht Zeit versetzt. Wenn heute Kohle zur Energiegewinnung genutzt wird, so wird eigentlich nur jene Sonnenenergie freigesetzt, welche vor Millionen von Jahren gespeichert wurde, es kann sogar gesagt werden, im Rahmen der Kohlendioxidspeicherung. Denn heutigen Kohlelagerstädten sind nichts anderes als gigantische Speicher für Kohlendioxid, weniger für Energie. Und wenn ich mich recht erinnere ist die Chemie durchaus in der Lage die enthaltenen Kohlenstoffverbindungen umweltfreundlicher zu wandeln und zu nutzen, als die Energiewirtschaft.

Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um einen Beitrag in der MZ von heute. Dort ist unter der Überschrift: „Wenn die Sonne zum Energielieferanten wird“ zu lesen: „Stadtwerke Quedlinburg wollen stärkere Nutzung alternativer Energiegewinnung anregen“. Ja aber warum nur anregen? Welches sicher zu begrüßen ist, wenn es gelingt sich selbst anzuregen und diese Anregung mit Taten untermauert wird! Zum Zwecke des Anregens wurde eine Referenzanlage gebaut, deren Ergebnisse an einer elektronischen Tafel abzulesen sind.

Signalwirkung soll das Ganze haben, wie zu lesen ist und zeigen, „dass wir (die Stadtwerke) kein Problem haben in Quedlinburg alternative Energiequellen zu etablieren”. Nur wie soll diese Etablierung erfolgen? „Gemeinsam mit einem örtlichen Anbieter und einem Finanzierer wollen die Stadtwerke versuchen, Ideen und Anregungen zu bündeln und beratend tätig zu sein.“ Da wird also gebündelt, gesammelt, beraten und angeregt und „um das Interesse an Sonnenenergie zu wecken, sei die Anlage montiert und mit der Leuchttafel verbunden worden.“

Die Stadtwerke als Beratungsunternehmen in Sachen alternativer Energien? Da stellt sich doch glatt die Frage, was ist eigentlich die Aufgabe der Stadtwerke? Sicher sollten auch beratende Tätigkeiten dazu gehören, aber in erste Linie ist es doch die sichere und günstige Versorgung der Bürger mit Energie! Und einmal genau betrachtet, ist ein dauerhafter Bestand der Stadtwerke nur zu sichern, wenn diese sich im Rahmen regionaler Wirtschaftsstrukturen auf die Eigenproduktion von Energie konzentrieren. Abhängigkeiten von Fremderzeugern müssen abgebaut werden und dieses ist langfristig nur über alternative Energieversorgung möglich. Aus diesem Grund sollte nicht die beratende, animierende Tätigkeit im Vordergrund stehen, sondern die Versorgung der Bevölkerung mir selbst erzeugter, preiswerter Energie. Daher sollte sich die angestrebte Fremdmotivation in eine entsprechende Eigenmotivation wandeln. Die Stadtwerke selbst müssen in entsprechende Anlagen investieren! Und einmal davon abgesehen, dass in der Zusammenarbeit mit anderen städtischen Unternehmen, welche über entsprechend, geeignete Flächen verfügen, wie die Wohnungswirtschaft zum Beispiel, somit die Bedingung in Quedlinburg dafür günstig sind, ist es gerade in diesem Zusammenhang wichtig primär wirtschaftliches, kommunales Eigentum zu manifestieren und zu erhalten.

Das beschränken auf Referenzanlagen und die Profilierung als Berater schafft letztendlich nur diverse, kleinere Konkurrenten im Rahmen der Energieerzeugung. Dieses kann zu einer Destabilisierung primär-wirtschaftlicher, kommunaler Strukturen führen. Was ja nicht daran hindern muss, Bürger zusätzlich partizipieren zu lassen, z.B. als Bereitsteller entsprechender Flächen. Ansonsten partizipieren die Quedlinburger Bürger durch entsprechende Investitionen der Stadtwerke ohnehin. Zum einen da die Stadtwerke im kommunalem Eigentum in der Lage sind, eine dem Bürgerinteresse entsprechend Preisgestaltung vorzunehmen und zum anderen durch Investitionen in moderne Technologien zur Energiegewinnung, die Energieversorgung unabhängig gestalten können. Auch die staatliche Förderung kommt durch Eigeninvestitionen der Stadtwerke ebenfalls allen Bürgern zugute.

Nun wird aber auch festgestellt: „Im privaten Bereich würde die Sonnenenergie bei weitem noch nicht so viel genutzt wie im Firmenbereich. Das sei verwunderlich, zumal der Staat den Einsatz beispielsweise von Photovoltaikanlagen mit entsprechenden Zahlungen unterstützt und fördert.“ Ob es aber nun verwunderlich sei, dass im Firmenbereich eher zur Solarzelle gegriffen wird, als im privatem Bereich, glaube ich eher nicht. Sondern eher scheint es der Fall zu sein, neben eventuellen Wissensdefiziten und beschränkten Möglichkeiten, dass die meisten Bürger die Energieversorgung den Stadtwerken überlassen und wenig Ambitionen haben die staatliche Förderung in Anspruch zu nehmen, gelegentlich fehlt es aber auch an anderen Voraussetzungen. Gedacht sei daran, dass der Staat zwar fördert, aber erst einmal eigene Mittel aufgewandt werden müssen und auch wenn Finanzierungen angeboten werden, welche durch staatliche Förderung gedeckt sind, müssen diese nicht für jeden in Frage kommen. Nein, hier wäre es günstig eventuelle Flächen durch die Stadtwerke zu nutzen und über diese Nutzung dem Bürger, unabhängig von dritten, partizipieren zu lassen. In Unternehmen wird aber auch anders gedacht und privatwirtschaftliche Unternehmen denken in der Regel nur an gesellschaftliches Interesse, wenn es ihrem eigenem Interesse entspricht. Aber auch für diese ist eine möglichst unabhängige Versorgung mit Energie von Vorteil. (Auch wären Unternehmer keine Unternehmer, wenn sie nicht über eine ausgeprägte und dem „Normalbürger“ oft fehlende und fremde Egozentrik verfügen würden.) Und das nicht nur aus Sicht von Subventionen, sonder eher aus der Perspektive beherrschbarer Produktionskosten.

Wobei einen gelegentlich schon der Gedanke beschleicht, ob ohne Subventionen in diesem System überhaupt noch Wirtschaften möglich wäre?

Aber gerade was die Subventionen für alternative Energien betrifft, so werden diese von einem jeden Endverbraucher gezahlt, sie sind im Preis einer jeden Kilowattstunde enthalten. Somit würde eine jede Investition der Stadtwerke in regenerative Energiegewinnung dazu führen, dass auch über diese Subventionen mehr Mittel in der Stadt, in der Region gehalten werden. Letztendlich und gerade in der jetzigen Krise, ist es besonders wichtig wertschöpfende Unternehmen in der Region zu haben, die Stadtwerke sind potenziell ein solches Unternehmen, aber nur wenn sie Energie erzeugen, nicht wenn sie Handeln und auch nicht wenn sie Beraten!

Auch wenn zu lesen ist: „Neben der finanziellen Förderung sehen die Stadtwerke in ihrer Werbung für Sonnenenergie vor allem in den Umweltaspekten ein wesentliches Plus. Weitaus weniger Kohlendioxyd als bei herkömmlichen Kraftwerken gelange bei dieser Variante in die Erdatmosphäre.“ so wird eigentlich ein wesentliches Argument vergessen, nämlich die regionale Selbstversorgung mit Energie und die damit zu erreichende, weitestgehende Unabhängigkeit von den die Märkte dominierenden Konzernen. Das der Umweltaspekt ein entscheidendes Plus ist, wird wohl kam einer verneinen, dass finanzielle Förderung ein zusätzlicher Anreiz ist, ist nicht von der Hand zu weisen, aber anstatt zu Werben, dass sich möglichst viele Menschen in Eigenregie Solarzellen aufs Dach packen, sollten diese Investitionen von den Stadtwerken vorgenommen werden, im Interesse der Bürger und zum Vorteil aller Bürger. Es sollte von den Stadtwerken nicht um Investitionen geworben werden, sondern es sollten diese selbst vorgenommen werden.

Die Stadtwerke bieten ein Beratungspaket an, von der Planung, der Finanzierung bis zur Ausführung, sie haben die Kompetenz dafür, wie zu lesen ist: „Gemeinsam mit einem örtlichen Anbieter und einem Finanzierer wollen die Stadtwerke versuchen, Ideen und Anregungen zu bündeln und beratend tätig zu sein.“ Nur sollten die eigentlichen Aufgaben der Stadtwerke in einer zukunftssicheren Versorgung der Bevölkerung mit günstiger, umweltfreundlicher Energie gesehen werden, dabei sollten sie ein kompetenter Partner in allen Energieangelegenheiten für den Bürger sein. Die Bürger sind die Partner der Stadtwerke, dieses haben sie am 11.01.2009 gezeigt, nun ist es an den Stadtwerken dieser Verantwortung gerecht zu werden und das nicht im Interesse, einiger kleiner und noch zu schaffender Energieproduzenten, sondern im Interesse der Allgemeinheit der Bürger.

 

Anmerkung:

Es ist sicher nicht verwunderlich, dass die verschiedensten ökonomischen Heilslehren, der in den letzten Jahrzehnten praktizierten Defizitökonomie, anwendung finden und sich in mancher Entscheidung wiederfinden. Es ist noch nicht lange her, als die letzte Blase der Defizitkonjunktur platzte und nicht nur die Finanzwirtschaft extrem erschütterte und weiter erschüttert, und schon wird an der nächsten Blase gebastelt. Diese Blasenökonomie ist eigentlich nur Ausdruck für stetig abnehmende Wertschöpfung in der Realwirtschaft, und schon aus diesem Grund ist es wichtig, wert-schöpfende Unternehmen vor Ort zu haben. Diesen Unternehmen ihre wert-schöpfende Ausrichtung zu nehmen, würde letztendlich über kurz oder lang zu deren Untergang führen.

 

 

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