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Erbestatus weg!
Dieser Eintrag stammt von Th. Loch Am 25.6.2009 @ 22:14 In Quedlinburg | 1 Kommentar
Erbestatus weg, ein E-Mail mit Pressemitteilung erhalten!
Eine Anmerkung vorweg!
Ja, nun ist Dresden seinen Erbestatuss los, selber Schuld, könnte man meinen und es wird auch so sein. Nur ob deswegen die Besucherzahlen zurück gehen werden ist zu bezweifeln. Letztendlich hat nicht einmal mehr die Hufeisenfledermaus helfen können, die Brücke wird gebaut.
Das Komitee hat entschieden und der Titel ist weg, der Verein jammert und ist versucht den Weltuntergang zu zelebrieren. Welch Verlust, an Symbolwirkung lässt man es nicht missen und Dresden wird wohl nun den Verein verlassen müssen. Warum eigentlich? Weil in einer Welt, wo ein Fetisch mehr zählt als ein Mensch, dessen Verlust gravierend ist? So stimmt die Gemeinde der Fetischgläubigen einen Jammergesang an, sie erheben Ansprüche, welchen sie selbst nicht gerecht werden und setzt Maßstäbe, welchen sie unter ähnlichen Bedingungen wahrscheinlich selbst auch nicht gerecht werden würden. Es wird bedauert, dass es keine verbindliche Rechtsgrundlage gibt und so der Weg der Klage ausgeschlossen ist, aber wer wird schon wegen eines Fetisch klagen?
Dresden hat gespielt, baut eine Brücke und hat verloren, seinen Welterbestatus, dass Leben geht weiter und Besucher werden nach wie vor in die Stadt kommen. Und ob die Stadt und das Land beschädigt sind und die Kulturnation Deutschland darunter leiden wird? Wen interessiert es, außer den Anbetern des Fetisch! Die Leiden werden nicht all zu groß sein. Sicher ist doch, dass eine solche Entscheidung, ein kulturelles Erbe nicht nehmen kann, und hätte Canaletto schon einen Fotoapparat gehabt, wäre sein Blick wahrscheinlich nicht so bedeutend gewesen.
Aber einmal davon abgesehen, ist die Werbewirksamkeit eines solchen Fetisch, in einer fetischgläubigen Welt, nicht von der Hand zu weisen. Sicher hat Quedlinburg dieses nötiger als Dresden, aber auch ohne Titel kann das Erbe erhalten werden und an Bedeutung, wird es auf Grund der Aberkennung des Titels, sicher nicht verlieren.
Ja, warum hat August der Starke eigentlich Quedlinburg an die Preußen verscherbelt, und vor allem, warum hat er Täglich 6 bis 8 Flaschen Wein getrunken? Egal, hätte er damals diese Brücke bauen lassen, würde heute kein Hahn danach krähen. Wie dem auch sei, nicht nur in Dresden werden Beschlüsse gefasst, welche nicht immer im Interesse der Bürger sind, in den seltensten Fällen werden diese, wie in Dresden, den Welterbestatus bedrohen. Nun hatte Dresden vor Jahren sein Wohnungswirtschaftsunternehmen verkauft, Quedlinburg wollte seine Stadtwerke verkaufen, aber das ist eine andere Geschichte und es ist kaum anzunehmen, dass die Senke in welcher Quedlinburg liegt, mit einer Brücke über baut wird, eine Umgehungsstraße im Süden hingegen soll gebaut werden.
Hier nun das E-Mail mit Pressemitteilung:
Sehr geehrte Damen und Herren,
soeben hat das Welterbekommittee der UNESCO in seiner Sitzung in Sevilla entschieden, dem Dresdner Elbtal den Titel als UNESCO-Weltkulturerbe zu entziehen. Hierzu senden wir Ihnen als engagiertes Mitglied des Vereins UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. eine im Verein abgestimmte, beigefügte Pressemeldung.
Für Quedlinburg bedeutet die Entscheidung des Welterbekommittees, dass auch unser Welterbetittel immer wieder erarbeitet und gepflegt werden muss und nicht auf Dauer selbstverständlich ist.
Mit freundlichen Grüßen
Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH
Die Pressemitteilung:
1. Die Stadt Dresden ist seit Anerkennung als “UNESCO-Welterbe“ Mitglied im Verein der deutschen UNESCO-Welterbestätten.
2. Der Verein der deutschen UNESCO-Welterbestätten bedauert außerordentlich, und kritisiert heftigst, dass die politisch verantwortlichen Befürworter des extrem voluminösen Brückenbauwerks des Rates und der Verwaltung der Stadt Dresden sowie die der sächsischen Landesregierung die umfangreichen Verpflichtungen aus der Annahme des UNESCO-Welterbestatus nicht erkennen wollten. Festgestellt sei, dass die Anerkennung als UNESCO-Welterbe weit mehr als ein tourismusförderndes Zertifikat ist, sie ist ein verpflichtendes Versprechen an die heutige und an alle künftigen Generationen, das als einzigartig, mit universeller Bedeutung anerkannte UNESCO-Welterbe zu schützen und zu erhalten.
Die Mitglieder des Vereins der deutschen UNESCO-Welterbestätten haben sich fortgesetzt, leider vergeblich, für den Bau eines Tunnels und für den Erhalt des UNESCO-Welterbestatus Dresdens ausgesprochen.
3. Bedauert wird seitens des Vereins der deutschen UNESCO-Welterbestätten zur Durchsetzung der Inhalte der UNESCO-Konvention das Fehlen einer für alle verbindlichen Rechtsgrundlage; sie wird dringend eingefordert.
4. Das UNESCO-Welterbe-Komitee hat trotz aller Betrübnis in der Sache korrekt entschieden. Der Welterbestatus darf nicht verhandelbar werden, wie einige politisch Verantwortliche in Dresden es sich gerne gewünscht hätten.
5. Dresden, Sachsen sind beschädigt! Stadt und Land, die so gerne für sich in Anspruch nehmen, kulturelle Zentren Deutschlands und gar Europas zu sein, haben ihre eigenen, allzu engstirnigen Grenzen aufgezeigt - das sollte Kulturreisenden aus Deutschland und aller Welt für die Zukunft zu denken geben!
Die Kulturnation Deutschland und alle anderen 32 unbestritten schützenswerten und beschützten UNESCO-Welterbestätten in Deutschland sind geschädigt worden, die verantwortlich und engagiert Handelnden sind beschämt und auch verärgert.
6. Die Dresdenentscheidung des UNESCO-Welterbe-Komitees
hat hoffentlich alle Welterbeverantwortlichen wach gerüttelt und klar bedeutet, dass die UNESCO-Konvention keine „Einbahnstraße“ , sondern eine höchst lebendige Einrichtung unter dem Schutz von derzeit 194 Staaten dieser Welt stehend ist, die ein ständiges Arbeiten im Sinne dieses völkerrechtlich einzigartigen Vertragswerks erfordert.
Des weiteren ist die Entscheidung des Fachkomitees dahin gehend zu interpretieren, dass künftige Entwicklungsprozesse rund um die UNESCO-Welterbestätten fortwährend zu hinterfragen sind, dass künftig Neubewerbungen äußerst kritisch zu prüfen sein werden, diese auch abschlägig zu bescheiden, sofern Fehlentwicklungen erkennbar sind.
7. Der UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. fordert umgehend für alle UNESCO-Welterbestätten in Deutschland die Erstellung von verpflichtenden Managementplänen.
8. Der UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. wird alles daran setzen, das einzigartige Welterbeprogramm der UNESCO mit Hilfe der Bundesregierung, engagierter Landesregierungen, der Deutschen UNESCO-Kommission, der Deutschen Zentrale für Tourismus, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und allen Mitgliedern weiterhin umzusetzen, weltweit bekannt zu machen mit dem Ziel, Menschen aus allen Erdteilen für die deutschen UNESCO-Welterbestätten zu interessieren.
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