Anmerkungen!

Anmerkungen zu den Argumenten!

 

Nun gibt es eine Initiative zur Initiative, also eine Gegeninitiative zur Gegeninitiative, einfach gesagt, die Befürworter des Stadwerkeverkaufs haben sich vormiert und ziehen unter einem vereinnahmenden Namen ins Feld.

Die auf dieser Seite zu findenden Aussagen/Argumente sind durchaus einen Kommentar wert. In Anführungsstrichen und kursiv gesetzt sind die Originalaussagen und in rot die Anmerkungen.

 

Schwarz-weiß nutzt niemandem etwas. Argumente statt Ideologie.“

 

Einmal davon abgesehen, das Ideologie nichts anderes ist als Anschauung und ein jeder Mensch zum Glück nicht frei von Anschauungen ist, bringen Anschauungen auch immer die ihr entsprechenden Argumente hervor. Wie sich Anschauungen entwickeln, wird entscheidend vom Standpunkt des Betrachters, also des Anschauenden, beeinflusst. Somit sollte es nicht verwunderlich sein, das verschiedene Anschauungen, verschiedene Argumente hervorbringen, welches wiederum nicht zwangsläufig bedeutet, das die Ziele verschieden sein müssen.

So stimmen die Ziele der Bürgerinitiative, gegen die Privatisierung der Stadtwerke, mit den Zielen der Initiative, gegen diese Initiative, durchaus überein. Denn beide wollen das Wohl der Stadt Quedlinburg, was natürlich nicht davon abhält, über den Weg zu streiten. Und das unabhängig davon, das die Initiative zur Initiative, das Ziel in ihrem Namen vereinnahmt. Geprägt sind die Anschauungen der Verkaufsbefürworter von ausgeprägtem Irrationalismus.

 

Gute Gründe für den Anteilsverkauf und für ein NEIN beim Bürgerentscheid:

 

Am 11. Januar 2009 geht es um neue Perspektiven für die Quedlinburger Stadtwerke, aber auch um die Zukunft für unsere Gemeinde insgesamt.“

 

Richtig ist, das es am 11. Januar 2009 um eine neue Perspektive für die Quedlinburger Stadtwerke und die Stadt Quedlinburg geht. Die folgenden Behauptungen, und um etwas anderes handelt es sich dabei nicht, sind nicht anderes als kontraproduktiv, für eine positive, zukunftsfähige Entwicklung der Stadt. Sicher wird die Entwicklung der Stadt, auch durch den Verkauf von Anteilen der Stadtwerke, nicht aufhören, solange Menschen in ihr leben, wird es die Stadt auch geben, und sie wird sich weiterentwickel, aber unter welchen Bedingungen und zu welchem Preis?

 

Nur wenn Sie das Bürgerbegehren ablehnen, dann:

Können die Stadtwerke einen starken und kompetent Partner finden, um im immer härter werdenden Wettbewerb der Energieversorger bestehen zu können. Nur so können die Preise auch langfristig günstig bleiben, neue Geschäftsfelder erschlossen und in umweltfreundliche regenerative Formen der Energiegewinnung investiert werden.“

 

Der Mythos vom starkem Partner, welcher auch noch mit Kompetenz ausgestattet ist, um im härter werdenden Wettbewerb zu bestehen. Dabei wird leider außer acht gelassen, das es hierbei vor allen auf die Art und Weise der Partnerschaft ankommt.

Ein starker Partner, ein privater Investor, woher auch immer er kommen möge, möchte natürlich von seiner Investition profitieren und er wird die Gewinne dorthin fließen lassen, wo immer er auch herkommt. Außerdem wird er gezwungen sein, welches diesem Wirtschaftssystem zwingend entspricht, Gewinne zu maximieren. Dieses erfolgt in der Regel, in dem Kosten gesenkt werden und/oder Einnahmen erhöht. Und zu diesem Zwecke wird sich schon mal von allem getrennt, was zur Erreichung des Geschäftszieles nicht notwendig ist.

Dieses ist im Falle der Stadtwerke nicht wenig, so werden als erstes sicherlich die Aufgaben eingeschränkt, oder gar gestrichen, welche die Stadtwerke für die Stadt, von der Stadt übernommen haben. Das ist alles andere als wirtschaftlich Unnatürlich, da das Interesse des Investors, nicht mit dem Interesse der Stadt übereinstimmen muss. Für den privaten Investor wird es wichtig sein, Gewinne zu erwirtschaften und nicht nur dieses allein, sondern Gewinne zu maximieren!

Nachdem unternehmensfremde Aufgaben gestrichen wurden, wird die Unternehmensstruktur den Erfordernissen angepasst. So werden doppelte Strukturen abgeschafft, oder in bestehende Strukturen, sofern notwendig, eingepasst.

Aber nicht nur das, auch unter Berücksichtigung des Mehrheitsverhältnisses, kann von einer Partnerschaft nicht gesprochen werden, da diese nur erdrückend sein kann, der kleinere Partner wird zwar noch Wünsche äußern können, die Macht, seine Interessen erfolgreich durchzusetzen, wird er nicht mehr haben.

Es ist auch eine Illusion, das ein starker Partner, welcher durch die Vereinnahmung der Stadtwerke eventuell sogar eine Monopolstellung generiert, die Preise langfristig günstig hält, er wird den Preis erheben, welchen der Markt zu lässt. Und nicht nur im Falle eines Monopols, wird dieser nicht am unterem Ende der Skala zu finden sein. Wie schon geschrieben, für einen privaten Investor, steht nicht das Wohl der Stadt im Vordergrund, sondern der Gewinn und die Gewinnmaximierung.

Die einzigen, strategischen, starken und auch kompetenten Partner der Stadtwerke, sind die Bürger der Stadt Quedlinburg. Sie sind das Fundament für das Bestehen und den Erfolg der Stadtwerke, für ihre erfolgreiche, wirtschaftliche Tätigkeit. Sie sind diejenigen, welche das wirtschaftliche Dasein der Stadtwerke rechtfertigen und fördern und gegenwärtig von dieser Tätigkeit und deren Erfolg, auf die verschiedenste Art und Weise, profitieren. Die Bürger sind diejenigen, welche als Konsumenten, von Strom, Gas, Wärme und anderen Dienstleistungen der Stadtwerke, deren Dasein garantieren. Und auch wenn die Stadtwerke nach Verkauf als Unternehmen bestehen bleiben, letztendlich kommt es einem jedem Investor auf die Konsumenten an, auf dem Endverbraucher, welcher mit seinem Konsum den Akkumulationsprozeß in Gang hält und somit die Voraussetzung für Gewinne und Gewinnmaximierung bietet.

Neben dem Bürger, als Hauptpartner der Stadtwerke, gibt es viele Partner, mit denen die Stadtwerke auf Augenhöhe verhandeln können und das ohne die Eigentumsverhältnisse ändern zu müssen. Einmal davon abgesehen, das solche Partnerschaften bereits gepflegt werden, ist dieses sicher noch ausbaufähig. So bilden die Stadtwerke nicht nur Einkaufsgemeinschaften mit anderen Stadtwerken, sonder sie beteiligen sich auch an solchen Projekten wie der „Regenerative Modellregion Harz“, wo es vordergründig um regionale Energieversorgung geht.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, das die Stadtwerke schon wesentlich weiter sind, als von den Befürwortern des Verkaufes dargestellt und das jeder Verkauf an einen „außenstehenden, starken“ Partner, den Stadtwerken, aber zu aller erst der Stadt, nicht nur Substanz, sondern auch ein Instrument der Zukunftsgestaltung raubt.

 

+ Erst mit den Einnahmen kann Quedlinburg Investitionen tätigen, die unsere Lebensqualität unsere wirtschaftliche Zukunft sichern. Nur so können wir auch in Zukunft das Nordharzer Städtebundtheater, den Ökogarten oder den Dachverein Reichenstraße weiter fördern. Und nur so haben wir das Geld um dazu weitere Fördermittel zu beantragen („Co-Finanzierung“), um neue Industriegebiete in Quarmbeck und an der B6 erschließen zu können.“

 

Auch hier wird eine schwammige, nicht näher untersetzte Aussage getroffen, aber vor allen sollen Ängste geschürt werden. Die Einnahmen aus einem Stadtwerkeverkauf, wären schnell ausgegeben, die Ursachen der Verschuldung der Stadt aber damit noch lange nicht vom Tisch. Das Einzige was vom Tisch wäre, wären die Gewinne der Stadtwerke, nur noch ein geringer Teil würde der Stadt zu Gute kommen. Und wie oben schon geschrieben, müsste die Stadt wieder Aufgaben übernehmen, welche zur Zeit die Stadtwerke übernommen haben, oder diese Aufgaben würden unerledigt bleiben. Dieses reicht eben vom Betreiben der Schwimmhalle, über die Förderung von Vereinen und Kultur, bis hin zur Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen der Stadt.

Die Befürworter des Verkaufes stellen vieles zur Disposition, wenn der Verkauf nicht zu Stande kommt. Einmal davon abgesehen, das im Falle eines Verkaufes, langfristig wesentlich mehr zur Disposition zu stellen wäre, wird hier mit der Vernichtung eines großen Teiles der touristischen Infrastruktur gedroht. Also die Grundlagen jenes Wirtschaftszweiges, welcher nicht gerade wenig Arbeitsplätze in der Stadt schafft und sichert, sondern auch erhebliche Mittel in die Stadt holt und bindet.

Hier droht man mit dem Schleifen einer wirtschaftlich, wichtigen und funktionierenden Infrastruktur, und bietet als Ersatz die „Illusion“ von Industrieansiedlungen!

Nun, zum einen gibt es in Quedlinburg durchaus noch freie Gewerbeflächen und zu anderen ist es, dem Bürgermeister in den Jahren seiner Amtszeit, nicht gelungen Industrieansiedlungen zu bewerkstelligen und da waren sogar Zeiten dabei, wo von Konjunktur gesprochen wurde, im Gegensatz zur gegenwärtig, heraufziehenden Krise.

Es sollte aber auch nicht vergessen werden, welche Sogwirkung solche Einrichtungen wie das Nordharzer Städtebundtheater, oder das Kulturzentrum Reichenstraße haben. Zwar wird die Stadt durch diese finanziell belastet, nur bedingt diese „Grundlast“ weitere Mittel, welche dem Leben in der Stadt zu gute kommen und Arbeitsplätze sichern. Und auch diese Einrichtungen übernehmen nicht unerhebliche Aufgaben für die Stadt.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, die Verkaufsbefürworter verkünden ein Untergansszenario, für den Fall des Nichtverkaufes, welches völlig realitätzfern und kontraproduktiv ist. Hier wird auf Verkauf gedrängt, egal was es kostet und welche Folgen es hat.

 

Deshalb bitten wir Sie: Stimmen Sie beim Bürgerbegehren am 11. Januar mit „Nein“.“

 

Ja, ja, bitte, bitte, liebe Bürger, seit so nett und schneidet euch ins eigene Fleisch und wenn der Verkauf jetzt auch nicht viel bringen mag und die Industriegebiete in Quarmbeck und an der B6 erschlossen wurden und ungenutzt von der Natur zurückerobert und wenn die Einnahmen aus den Stadtwerken auch fehlen und die Gewinne des Investors, dahin fließen, wo auch immer er hergekommen ist, aber die Ursachen der Verschuldung weiter bestehen, so bleibt uns für das nächste mal ja noch der Wohnungsbestand, welcher verscherbelt werden kann.

 

Welche Argumente wir immer wieder hören – und was wir dazu sagen:

 

Thema „Sicherung der Zukunft“

Durch die Teilprivatisierung wird die Zukunft der Stadtwerke verspielt.“

 

Unsere Antwort:

Die Stadtwerke sind wichtig für Quedlinburg – und Quedlinburg ist mehr als „nur“ die Stadtwerke.“

 

Nun werden Argumente gehört, von wem diese stammen bleibt dabei offen. Aber auch wenn ein konkreter Verweis fehlt, sind die Antworten es Wert betrachtet zu werden.

Einmal davon abgesehen, das wohl kaum jemand behauptet hat, das die Stadtwerke Quedlinburg sind, ist die Feststellung, das „die Stadtwerke … wichtig für Quedlinburg“ sind, völlig richtig. Wenn dem aber so ist, warum sollen sie verkauft werden, oder sind sie nur wichtig als einmalige Einnahmequelle, zum stopfen von Haushaltslöchern, ohne deren Ursachen zu negieren?

 

+ Der Wettbewerb unter den Energieversorgern wird von Jahr zu Jahr härter. Mit einem starken und kompetenten Partner an seiner Seite können die Stadtwerke besser – und nicht schlechter – in diesem Wettbewerb bestehen.Nur mit einem solchen Partner können die Stadtwerke ihre Existenz sichern und investieren z.B. in erneuerbare Energie und neue Geschäftsfelder.“

 

Der heilige Wettbewerb wird schärfer, eine allgemeine Floskel, welche einer fatalen Logik folgt, da Wettbewerb relativ gleichwertige Partner voraussetzt, dieser Zustand aber in keinem Bereich der Wirtschaft gegeben ist. (Die Stadtwerke sind nur auf Grund der bestehenden Eigentumsverhältnisse ein gleichwertiger Partner, selbst gegenüber größerer Unternehmen, eine Veränderung dieser Verhältnisse führt entweder zum Aufgang in ein größeres Unternehmen, oder zum Untergang. Die Eigenständigkeit geht in beiden Fällen verloren.)

Aber gut, der Wettbewerb wird härter und das schon seit Jahren und von Jahr zu Jahr haben die Stadtwerke dieses gut gemeistert. Welche Vorteile hätten die Stadtwerke, hätte die Stadt und deren Bürger, von einem solchen starken Partner und worin besteht dessen Stärke eigentlich? Nun ist die Existenz der Stadtwerke nicht gerade bedroht, sie erwirtschaften nach wie vor Gewinne und das bei relativ stabilen Preisen! Auch die Aufgaben, welche sie von der Stadt, für die Stadt übernommen haben, erfüllen sie zur Zufriedenheit, gleiches gilt natürlich auch für freiwillig übernommen Aufgaben den Bürgern gegenüber, wie Förderung von Vereinen, von Kultur etc.

Bei allem Bemühen, eine Existenzbedrohung der Stadtwerke ist nicht zu erkennen,eher das Gegenteil, durch Kooperationen mit gleichwertigen Partnern und der Beteiligung an der „Regenerativen Modellregion Harz“, haben sie ihre Position nicht nur verfestigt, sondern auch gestärkt.

Nicht die angestrebte Abhängigkeit von einem großem Partner, welcher zu allererst an den Gewinnen und den Voraussetzungen für deren Generierung interessiert ist, wird die Entwicklung der Stadtwerke voranbringen, sondern die Unabhängigkeit, bei Ausnutzung der vorhandenen Potenziale, wie Kooperationen mit anderen regionalen Versorgen, mit regionalen Energieerzeugern und zu allererst mit den eigentlichen, strategischen Partnern, den Bürgern der Stadt Quedlinburg und darüber hinausgehender Konsumenten.

Hier wird von den Verkaufsbefürwortern eine Situation unterstellt, die fernab der bestehenden Realitäten ist und somit die Stadtwerke nicht nur schlechter darstellen, sonder auch bestehende Entwicklungen einfach ignorieren.

 

+ Die Stadt Quedlinburg bekommt insgesamt eine neue Chance. Mit dem Geld aus dem Anteilsverkauf können die Schulden, die heute so drücken, weitgehend abgebaut werden und der Stadthaushalt hat wieder Luft für wirtschaftliche und soziale Projekte in Quedlinburg. Ein Beispiel dafür sind die geplanten Industriegebiete in Quarmbeck und an der B6, die nur mit den Verkaufserlösen finanziert werden können.“

 

Sicher können „die Schulden, die heute so drücken, weitgehend abgebaut werden ..“, aber was dann, wenn die Ursache der Verschuldung, zum Beispiel die permanente Unterfinanzierung der Kommunen, im allgemeinem, oder die drückende Last des Welterbes, im besonderem, weiter bestehen? Ist es da nicht nur eine Frage der Zeit, wann die Schulden wieder den vorhergehenden Stand erreicht haben? Und dann, die Rettung, die ominösen, rein spekulativen Industrieansiedlungen, auf Grund der Erschließung von Industriegebieten, in Zeiten einer Krise? Die Stadtwerke werden nicht mehr helfen können, da sie zwar nicht weg sind, aber ihre Gewinne der Stadt nicht mehr zur Verfügung stehen!

 

Thema „Risiko“

Die Teilprivatisierung ist nur der erste Schritt einer Entwicklung, durch den die Stadtwerke in einen Strudel aus Risiko und Gewinnsucht geraten werden.““

 

Nun ja, woher diese Aussage auch immer kommt und wer immer diese gemacht hat, eines ist in jedem Fall richtig, ein privater Investor wird nur investieren, wenn er Gewinne erwartet. Auch muss ein Investor, im Gegensatz zur Stadt, danach streben, Gewinne zu maximieren. Die Stadt kann sich hingegen mit Gewinnen „zufrieden“ geben.

 

Unsere Antwort:

Schon bei der Auswahl des Käufers wird die Stadt darauf achten, das nur verantwortungsbewusste Unternehmen eine Chance bekommen. Darüber hinaus wird die Stadt Quedlinburg weiterhin zu mindesten einem Viertel Eigentümer der Stadtwerke bleiben – sie besitzt weiterhin ein „Sperrminorität“. So können wichtige Entscheidungen nur mit den Stimmen der Stadt gefällt werden.“

 

So sei die Frage nach den verantwortungslosen Unternehmen gestattet, die Antwort darauf gibt die Ausrichtung des Unternehmens selbst. Somit wird ein Unternehmen der Stadt, Verantwortung im Interesse der Stadt wahrnehmen, genauso wie ein Unternehmen, welches zum Beispiel als Aktiengesellschaft formiert, die Verantwortung gegenüber den Aktionären wahrnehmen wird. So sind nun mal die Spielregeln, der Eigentümer bestimmt die Verantwortung und da kann es schon vorkommen, das die Wahrnehmung der Verantwortung dem einem gegenüber, verantwortungslos dem anderen gegenüber sein kann, also dessen Interessen negierend. Nach eingängiger Definition, wird ein Unternehmen in erster Linie immer Verantwortungsbewusst handeln, wenn es im Interesse des Eigentümers handelt. Alles andere ist hochgradig spekulativ und Illusion.

In den Bereich des Illusionismus und eine reichlich irrationale Vorstellung, ist die Vorstellung, das die Stadt entscheidenden Einfluss nehmen kann, mit Ihrer mindestens 25% Beteiligung. Die Heiligkeit der „Sperrminorität“ kann relativ leicht zerstört werden, dazu bracht das „verantwortungsbewusste“ Unternehmen, nur die „gewünschten“ Investitionen tätigen, damit das Kapital erhöhen und wenn die Stadt nicht in der Lage ist, diese Erhöhung mitzutragen, sind die 25% Anteil relativ schnell Geschichte. Und keine Entscheidung ist mehr beeinflussbar.

 

Thema „Energiepreise“

Die Preise für Energie in Quedlinburg werden nach einem Teilverkauf ansteigen.“

 

Unsere Antwort:

Die Kunden können sich durch Marktvergleiche (z.B. im Internet) sehr gut über die verschiedenen Preise informieren und ggf. durch den Wechsel des Anbieters reagieren. Die Stadtwerke werden in diesem im schärfer werdenden Wettbewerb nur bestehen können, wenn sie auch in Zukunft wettbewerbsfähige Preise anbieten. Ein starker Partner an der Seite der Stadtwerke Quedlinburg ist dabei eine Hilfe und keine Belastung. Wegen der Privatisierung werden die Preise nicht steigen.“

Hier nun wird die irrationale Herangehensweise der Verkaufsbefürworter völlig offenbart. Und gut das wir das Internet haben und wer dieses schon genutzt hat, um Preise zu vergleichen, konnte feststellen, das die Stadtwerke Quedlinburg nicht einmal schlecht dastehen.

Aber nicht um den Vergleich soll es hier gehen, sondern um die Logik der Aussage, das ja „die Kunden … durch den Wechsel des Anbieters reagieren“ können. Nicht nur das die Stadtwerke veräußert werden sollen, nein, es wird auch noch dazu aufgerufen den Stadtwerken die ökonomische Substanz zu entziehen. Erst wird nach einem „starken Partner“ gerufen, und dann soll dieser boykottiert werden. Welch Logik!

Und es hat sicher auch niemand behauptet, das wegen der Privatisierung die Preise steigen werden, dieses ist ein formeller Vorgang, aber ein privatisiertes Unternehmen wird anders und muss anders am Markt agieren. Dabei können Preissteigerungen die verschiedensten Ursachen haben, steigende Energiepreise ist davon nur eine, aber auch die Ausrichtung eines Unternehmens, oder politischer Wille kann eine Ursache sein. Die Stadtwerke haben, wie oben schon geschrieben, im Besitz der Stadt, dem Interesse der Stadt zu dienen, genauso wie sie im Besitz eines anderen Eigentümers dessen Interesse zu dienen hat. Und wenn dieser nun das Interesse der Gewinnmaximierung hat, so würde eine Preiserhöhung eine Möglichkeit darstellen, um dieses Ziel zu erreichen. Übrigens eine sehr Wahrscheinliche, wenn man bedenkt, dass die Stadtwerke sehr moderate Preise haben und somit einiger Spielraum zu den meisten anderen Anbietern, „nach oben“, besteht.

Von den gegenwärtig, niedrigen Preisen, profitieren in erster Linie die eigentlichen, strategischen und starken Partner der Stadtwerke, die Bürger im Versorgungsgebiet!

Thema „Verkaufserlös“

Die Entschuldung der Stadt durch den Teil-Verkauf ist ein frommer Wunsch, der so nicht in Erfüllung gehen wird.“

 

Unsere Antwort:

Vielleicht werden nicht alle Schulden Quedlinburgs zurückgezahlt werden können. Experten sind sich aber einig, dass ein großer Teil getilgt werden kann. Die Mitglieder des Stadtrats werden aber auf jeden Fall darauf achten, dass ein guter Preis für die Stadtwerkeanteile erzielt und das kommunale Eigentum nicht „verschleudert“ wird.“

 

Sicher werden nicht alle Schulden der Stadt getilgt werden können, immerhin gibt es auch langfristige Verschuldung.

Aber wenn man selbst nicht weiter weiß, so werden Experten bemüht und diese sind sich sogar einige. Um was für Experten es sich dabei handelt und in welchem Umfang die Einigkeit besteht, bleibt dabei unberücksichtigt, somit handelt es sich hierbei wieder nur um eine vage, dem Wunschdenken entspringende Aussage.

Egal, welcher Preis auch immer erzielt wird, das kommunale Eigentum wird in jedem Fall verschleudert und sollten auch die gesamten Schulden der Stadt damit getilgt werden, die Probleme der Stadt werden damit nicht gelöst, höchstens für einige Zeit deren Folgen gelindert.

 

Zudem wird der Stadtrat am 18. Dezember über eine Vorlage entscheiden, in der die Verwendung der Mittel aus dem Verkauf festgeschrieben ist. Damit wird verbindlich festgelegt, was mit dem Geld passieren soll.“

 

Und zu guter Letzt noch etwas aus dem Lehrbuch der Demokratie, oder aus dem praktischem, demokratischen Verhältnissen und Zuständen im Stadtparlament? Wie den Sätzen zu entnehmen ist, haben die Stadträte zu entscheiden, über eine Vorlage, welche „die Verwendung der Mittel aus dem Verkauf festschreibt“. Wie schön für die Stadträte, sie brauchen sich nicht einmal darüber Gedanken zu machen, sie brauchen einfach nur zu beschließen!

Warum diskutieren die Stadträte nicht erst die Verwendung der Mittel und erarbeiten aus dieser Diskussion heraus eine Vorlage, welche dann beschlossen werden kann? Und warum wird das Fell des Bären verteilt, bevor dieser erlegt wurde? Der Stadtrat wäre gut beraten, diesen Tagesordnungspunkt erst nach dem 11.01.2009 zu behandeln, wenn es überhaupt noch erforderlich sein sollte.

Wie dem auch sei, es ist anzunehmen, das diese Vorlage, wer immer sie auch erarbeitet hat, für die Katz ist, da es zu einem Verkauf der Stadtwerke, auf Grund des Ergebnisses, des Bürgerentscheides am 11.01.2009, nicht kommen wird. Ich bin davon überzeugt, das eine Mehrheit der Bürger dieser Stadt, ihr Recht wahrnimmt und sich für den Erhalt der Stadtwerke, im kommunalem Eigentum, einsetzen wird und entsprechend stimmt und dieses nicht nur aus der negativen Erfahrung heraus, welche mit Privatisierungen Anfang der 1990ig Jahre, gesammelt werden konnten, sondern auch für den Erhalt, eines unabhängigen Gestaltungsinstrumentes zukünftiger Entwicklungen in dieser Stadt.

 

 

1 Antwort auf “Anmerkungen!”

  1. tolo sagt:

    Der verweisende Link zu den original Aussagen funktioniert nicht mehr, kurz nach dem Scheitern des Verkaufes der Stadtwerke Quedlinburg haben die Befürworter ihre Seite vom Netz genommen. Wobei schon kurz vor Abstimmung zu beobachten war, das Plakate der Befürworter aus Schaufenstern verschwanden, vielleicht ist dem einen oder anderen befürwortenden Geschäftsmann doch noch ein Licht aufgegangen.

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