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Ein Gedanke:
Ein Gedanke:
Es ist festzustellen, das sich Auseinandersetzungen in dieser Gesellschaft verschärfen. Dieser Prozess erreicht so nach und nach alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. In diesem Zusammenhang ist eine wachsende Militants zu beobachten, als ein gutes Beispiel können, auf Bundesebene, die Bemühungen zur fortschreitenden Überwachung des eigenen Volkes, unter dem Denkmantel der Terroristenabwehr und der Einsatz der Bundeswehr im inneren, gesehen werden. Aber auch der Ton unter politischen Gegnern verschärft sich nicht unerheblich. Selbst die kleinsten Auseinandersetzungen nehmen an schärfe zu. Und dieses um so mehr, um so mehr sich dieses System in seinen Grundfesten erschüttert sieht. Ausdruck dafür ist ein wachsender Glaubensverlust, in die ehren Ansprüche des Systems, welche vorgegeben und getrost ins Reich der Fantasie verschoben werden können.
Dieser Prozess, des um sich greifenden Zweifels, schreitet voran und stellt immer mehr Grundweisheiten des Systems in Frage. Anfänglich wurde nicht mehr alles kommentarlos geglaubt und immer mehr Menschen haben begonnen, außerhalb der offiziellen Medien, nachzufragen, gelegentlich wird auch schon mal hinterfragt. Einmal davon abgesehen, das es immer Menschen gibt, welche dieses System kritisch hinterfragen und ihre Kritik nicht verhehlen, treten die selbst zerstörerischen Tendenzen nun immer stärker in den Vordergrund und werden somit für immer mehr Menschen offensichtlich.
Trotzdem, es ist noch ein weiter Weg, die Festen des Glaubens zu durchbrechen, welche dieses System am Leben erhalten.
Dieses kann auch beobachtet werden, wenn die Vorgänge um den Verkauf der Quedlinburger Stadtwerke betrachtet werden. Zwar kommen die Befürworter des Verkaufes nicht über allgemeine Glaubensbekenntnisse hinaus, nur werden diese zum Teil so brutal verkündet, das so manch Zweifel einfach unterdrückt wird. Es wird eine Nebelwand errichtet, um die Hirne zu vereinnahmen, damit Menschen ihren eigenen Sinnen nicht trauen und sich gegebenem Sinn hingeben. Nur sollte nicht vergessen werden, nach dem Exzess folgt bekanntlich der Katzenjammer.
Nun kann man den Befürworter des Verkaufes nicht unbedingt Dummheit vorwerfen, was natürlich nicht davon abhalten sollte, dieses durchaus bedingt zu tun, oder zumindest sollte vorgegebenes Wissen hinterfragt werden. Wichtig dabei ist es, Wissen von Glaubenssätzen zu trennen.
Wie dem auch sei, festzustellen ist, das Menschen sich dessen oft nicht bewusst sind und Opfer ihres eigenen Glaubens werden. Dieses ist nicht unbedingt verwunderlich, wenn man bedenkt, das die gängigen Heilslehren, wie zum Beispiel der Glaube an die unabänderlichen und ewig wirkenden Gesetze des Marktes, im Zusammenhang mit der Glorifizierung des Privaten, mit Hilfe perfektionierter Inbrunst, in den Medien ihren Widerhall finden.
Da wird gern den Ängsten gefolgt, ohne darüber nachzudenken, ob diese für einen überhaupt zutreffend sind, ja, ob sie überhaupt berechtigt sind.
So kommt es schon vor und dieses ist nicht selten dem deutschen „Obrigkeitsglauben“ geschuldet, das so mancher „Spezialist“ vereinnahmt und mancher „Titel“ und gesellschaftliche Funktion mit Kompetenz gleichgesetzt wird.
Zu wenige sind sich bewusst, das bewusstes Handeln in der Regel Interessen gesteuert ist und unterstellen unabhängige, gemeinnützige Beweggründe, im meistens vorgegebenen, allgemeinem Interesse. Aber was ist unabhängig und gemeinnützig?
Diesen Abweg verlassend, was sollte eigentlich der Gegenstand meiner Betrachtung sein, das Geld als Problemlöser.
Neben den diversen Schreckgespenstern, welche die Verkaufsbefürwortern nicht nur an die Wand malen, wird auch die Illusion genährt, das mit Geld Probleme gelöst werden könnten.
Nun möge Geld ein Problem sein, zumindest kann es sich zu einem entwickeln, ein Problemlöser ist es dadurch noch lange nicht. Es kann nicht bestritten werden, das es ein Mittel zum Zweck ist und durchaus Wirkungen erzielen kann, aber über ein bestimmtes Maß an Linderung, an Abschwächung des Problems kommt es nicht hinaus. All zu oft wird nämlich vergessen, das es durchaus politisch, motivierte Probleme gibt. Was aber in jedem Fall zu betrachten ist, sind die Ursachen des zu lösenden Problems, oder der zu lösenden Probleme.
Warum sollen die Stadtwerke Quedlinburg verkauft werden und warum zu einem so hohem Anteil? Ist es wirklich die finanzielle Lage der Stadt, welche den Verkauf anheim stellen ließ, oder sind es nicht eher die Ambitionen des Kapitals, sich jede Sphäre des gesellschaftlichen Lebens unter den Nagel zu reisen, zum Zwecke der Profimaximierung?
Tatsache ist, das Quedlinburg über einiges an Schulden verfügt, dieses ist nur nicht neu und so schleppt die Stadt seit den 1990ziger Jahren einen Schuldenberg mit sich rum, welcher durch gelegentliche Bedarfszuweisungen gelindert wurde und wird.
Einmal davon abgesehen, das zu diesem Zweck die Stadtwerke, in ihrem wirtschaftlichem Sein, schlechter geredet werden, als sie sind und man dieses nutzt, um die Notwendigkeit des Verkaufs zu untermauern, sind sie alles andere als der Verursacher der Verschuldung. Da dieses aber all zu offensichtlich ist, wird schon mal die Pleite der Stadtwerke prophezeit, aber nicht nur das. Der Bürgermeister, welcher sich zum wahren Propheten entwickelt, sagt sogar den Untergang der Stadt voraus, wenn die Stadtwerke nicht verkauft werden. Alle freiwilligen Aufgaben müssten, seiner Aussage entsprechend, sofort eingestellt werden. Dabei vergisst er geflissentlich die Wirtschaftsförderung, welche ebenfalls eine freiwillige Ausgabe ist, aber von der die wenigsten Bürger der Stadt betroffen sind. Nein, diese möchte er beibehalten und mit Geld aus dem Verkauf der Stadtwerken, neue Gewerbegebiete erschließen. Als ob es nicht genügend erschlossene und nicht genutzte Flächen gäbe. Und wenn der Bürgermeister von freiwilligen Aufgaben spricht, so meint er Jugend- und Kultureinrichtungen, Theater, Museen etc. also solche Einrichtungen, welche von nicht geringer Bedeutung sind und einen Grundpfeiler der touristischen Infrastruktur der Stadt darstellen. So ist er in seinem Wahnesrausch, die Stadtwerke, zwar nicht um jeden Preis, aber unabhängig von den Folgen, zu verkaufen, bereit die existierende, wirtschaftliche Infrastruktur der Stadt zur Disposition zu stellen.
Welch Irrationalismus, wenn die Situation nicht so erst wäre, konnte man meinen, das diese Gedanken dem Hirn eines bockigen Kindes entsprungen sind. „Wenn ihr mir die Stadtwerke nicht verkaufen lässt, dann bekommt ihr auch keine anderen Spielsachen mehr!“ So die zu beobachtende Herangehensweise.
Nun ist der Tourismus nicht nur ein entscheidender Wirtschaftsfakt in dieser Stadt, sondern er ist es auch real, keine Fiktion, wie die Karawanen von Investoren, welche der Bürgermeister dazu animieren möchte, auf den Quedlinburger Weideplätzen halt zu machen und zu grasen. Genauso real wie der Tourismus ein Wirtschaftsfaktor für diese Stadt ist, sind es auch die Stadtwerke und diese sollen nun geopfert werden und wenn das nicht gelingt, wird eben ein anderer Wirtschaftsfaktor platt gemacht. Welch fatale Logik !
Aber zurück zum Geld und den damit verbundenen Problemen, oder kann Geld Probleme lösen? Geld ist Ausdruck von Wert, es ist universelles Tauschmittel und in diesem System ist es darüber hinaus auch noch eine Ware, aber es ist kein Kapital. Ersteinmal, es kann sich aber in solches Verwandeln, dann ist es aber kein Geld mehr. Die Stadt hat Geld in die Stadtwerke investiert, sie hat es somit Kapital werden lassen und da sie nun Schulden hat, möchte sie dieses Kapital wieder zu Geld machen, um es auszugeben. Aber kann dieses Geld, welches dem Kapitalverwertungsprozesses entzogen werden soll, Probleme lösen, welche diesem Prozess nicht entspringen?
Wäre schon möglich, wenn die Ursachen der Probleme damit beseitigt wären, aber wären sie das? Somit könnte Geld schon behilflich sein, Probleme zu lösen, aber nur wenn es Ursächlich eingesetzt wird, also die Ursachen der Probleme ein- für allemal beseitigt. Was sind aber die Ursachen der finanziellen Probleme der Stadt?
Die Stadt verfügt über einen defizitären, nicht ausgeglichenen Verwaltungshaushalt und das Verwaltung mehr Geld kostet, als sie einbringt, liegt in der Natur der Sache, daran wird sich auch nichts ändern, wenn einmalig (aus den Verkauf der Stadtwerke resultierend) zusätzliche Mittel in diesen Haushalt gepumpt werden. Dazu wäre schon mehr nötig und das gerade im Falle Quedlinburg. Immerhin sollte bei aller Betrachtung und was dem Schleifen der touristischen Infrastruktur entgegen spricht, berücksichtigt werden, das diese Stadt die Last des Weltkulturerbes zu tragen hat. Und diese ist nicht unerheblich, wie auch schwerlich allein zu schaffen. Aber auch dieser „Last“, mit der die Stadt zum Teil allein gelassen wird, sind ein Teil der Schulden zu verdanken. Wie schon geschrieben, es sind nicht die Investitionen in die touristische Infrastruktur, welche die Stadt am meisten drücken, das sind Investitionen in die Zukunft, welche sich auch amortisieren werden, sondern die Verwaltung des Ganzen. Und dieses Problem ist nicht zu lösen, in dem einmal eine Lücke geschlossen wird, aber die Ursachen weiterbestehen. Ganz davon abgesehen, steuern die Stadtwerke keinen unerheblichen Teil zur Finanzierung städtischer Aufgaben bei. Der weitaus größte Teil, würde im Falle eines Verkaufes wegfallen. Auch wenn der Erlös die Situation der Stadt entspannt, die Probleme wären damit nicht vom Tisch und es wäre nur eine Frage der Zeit, wenn sie und dann noch intensiver, wieder da sind.
Der Verkauf der Stadtwerke kann kein Problem der Stadt lösen, er würde der Stadt nur neue Probleme bescheren und es besteht eine wesentlich größere Gefahr, auch für das Zusammenbrechen der touristischen Infrastruktur, als im Falle des Nichtverkaufes.
Mit dem Verkauf der Stadtwerke würde die Stadt sich nicht nur einer beständigen Einnahmequelle berauben, sondern auch eines aktiven Gestaltungselementes der Zukunft.
Also, die finanziellen Probleme der Stadt lassen sich, durch den Verkauf der Stadtwerke, nicht lösen, sie werden sich kurzfristig etwas abschwächen, um langfristig verstärkt wieder auf die Tagesordnung zu kommen.
Nach Vorstellung der Verkaufsbefürworter soll ein Teil des Erlöses in die Erschließen von Gewerbe – oder Industrieflächen investiert werden und deren Nutzung soll Gewerbesteuern in die Stadtkasse spülen.
Einmal davon abgesehen, das zur Zeit keine Nutzer in Sicht sind, würde es auch einige Jahre dauern, bis das erste mal Gewerbesteuer zu Zahlen wäre. Wie so vieles, an den Argumenten der Verkaufsbefürworter, ist auch dieses reine Spekulativ, erst recht, wenn berücksichtigt wird, wie viele Investoren sich, während der Amtszeit des jetzigen Bürgermeisters, in Quedlinburg niedergelassen haben.
Hier soll privatisiert werden, ohne sich überhaupt der Folgen bewusst zu sein und auch das Argument, das die Stadtwerke in 10 Jahren pleite sein werden, wen sie keinen „strategischen Partner“ bekommen, ist völlig aus der Luft gegriffen. Wobei der strategische Partner, oder die strategische Partnerschaft schon selbst einige Gedanken wert ist. Und wiedermal davon abgesehen, das bei den gewollten Mehrheitsverhältnissen, von einer Partnerschaft nicht mehr die Rede sein kann, da die Entscheidungen entsprechend der Anteile getroffen werden, ist es durchaus Wert über strategische Partnerschaften nachzudenken.
Ein Verkauf aber negiert jede strategische Partnerschaft von vornherein.
Strategische Partnerschaften haben nichts mit Verkauf zu tun, eher mit Zusammenarbeit, Kooperation etc. und dieses wird durchaus jetzt schon von den Stadtwerke praktiziert, da gibt es Einkaufsgemeinschaften mit anderen Stadtwerken, da wird mit Partnern an gemeinsame, alternative Energieversorgung für die Zukunft gearbeitet und einiges mehr.
Ein strategischer Partner für die Stadtwerke, kann nur ein Partner sein, welcher die selben Probleme/Interessen hat und kein Partner, welcher nur daran interessiert ist Geld anzulegen, Strukturen zu sichern und Kunden zu binden.
Solange die Stadtwerke sich also im Besitz der Stadt befinden, werden sie mit weniger Aufwand, mit weniger Umsatz, als andere Unternehmen, mehr für die Stadt erwirtschaften.

